Zentral ist, dass die Varroamilbe bekämpft wird
Ende des vergangenen Monats sorgten Aussagen des Bienenforschers Peter Neumann, Professor am Institut für Bienengesundheit der Universität Bern, für Aufsehen. Die hiesigen Bienenvölker seien wegen der Varroamilben in einem so schlechten gesundheitlichen Zustand, dass sie innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre sterben würden. Steht es tatsächlich so schlimm um unsere Bienenvölker? Radio Südostschweiz hat mit Kantonstierarzt Giochen Bearth über die Bekämpfung der Varroamilbe und den Trend der Bienenvölkerhaltung in urbanen Gegenden gesprochen.
In der Schweiz gibt es die Varroamilbe gemäss Kantonstierarzt Bearth seit rund 30 Jahren, und sie hat praktisch alle Honigbienenvölker befallen. «Professor Neumanns Aussagen sind wohl etwas plakativ. Aber es stimmt: Die Varroamilbe stellt ein chronisches Problem für die Bienenvölker dar», sagt Bearth.
Zu schwach zum Überleben
Nach Europa eingeschleppt wurde die Milbe in den Achtzigerjahren von Asien. Der Parasit ernährt sich vom Fettkörper der Bienen, welcher ähnliche Funktionen hat wie die Leber bei Säugetieren: zum Beispiel die Regulation der Immunabwehr und des Stoffwechsels. Sind die Bienen also durch den Befall von Varroamilben geschwächt, können sie allfällige Viren nicht mehr abwehren und sterben deshalb.