Jetzt macht Chur Ernst mit der Energiewende: Schloss Haldenstein bekommt ein Solardach
Das Umweltdepartement der Stadt Chur hat Cadonaus Botschaft gehört und macht jetzt Ernst mit der solaren Aufrüstung bei bestehenden Gebäuden. Dabei nimmt man vor allem grössere Bauten ins Visier, wie Stadtpräsident Urs Marti bestätigt. Und er verrät gleich auch, an welche Gebäude die Stadt dabei denkt: «Starten werden wir mit dem Schloss Haldenstein.»
Lieber Haldenstein als Altstadt – wegen des Tourismus
Für das Schloss spreche einiges, so Stadtpräsident Marti. «Die Dachfläche ist ausreichend gross, und die alten Ziegel stören mich optisch schon länger.» Insofern verspricht er sich von der Solargrossanlage auch eine optische Aufwertung für das Schloss. Ästhetische Gründe sind es auch, wieso Chur seine Solaroffensive in Haldenstein starten will. «Wir wollen die Altstadt und das Zentrum für die Touristinnen und Touristen ansprechend erhalten», erklärt der Stadtpräsident. Deshalb wolle man den Stadtkern nicht mit Solarpanels verschandeln. «In Haldenstein stört das viel weniger Leute.»
Die Idee, Schloss Haldenstein mit einer PV-Anlage zu bestücken, liege auch politisch auf der Hand, so Marti. «Haldenstein ist unsere Pionierregion, wenn es um Anliegen der nachhaltigen Energieproduktion geht.» Der Stadtpräsident verweist unter anderem auf das bestehende Windrad. Zudem sei mit Josias Gasser einer der wichtigsten Promotoren erneuerbarer Energien im Kanton lange Zeit in Haldenstein wohnhaft gewesen. «Weil sich die Haldensteinerinnen und Haldensteiner in der Vergangenheit auch bei Abstimmungen immer eher grün geäussert haben, glauben wir, dass wir dort mit unseren Plänen auf wenig Widerstand stossen.»