Düstere Wolken über dem Festivalsommer 2021
Noch drei Monate sind es hin, bis das erste der Open Airs in der Region starten wollte. Das Quellrock in Bad Ragaz macht jeweils in der zweiten Junihälfte den Auftakt für den normalerweise bis in den September dauernden Festivalsommer. Jetzt sind die Organisatoren des seit mehr als 40 Jahren ununterbrochen durchgeführten Events auch die ersten, welche mit einer Absage an die Öffentlichkeit treten. Das Quellrock findet 2021 zum zweiten Mal nicht statt.
Schutzkonzept nicht machbar
«Die Situation ist so unsicher; es bringt jetzt einfach nichts, den Entscheid noch länger hinauszuschieben», sagte Andres Hartmann, OK-Präsident des Open Airs Quellrock, am Montag gegenüber Radio Südostschweiz. Im letzten Jahr hatte das Quellrock noch zu denen gehört, welche die Flinte nicht vorschnell ins Korn werfen wollten. Sie hatten wie die meisten anderen Veranstalter von Sommeranlässen mit grösserem Publikumsauflauf erst Ende April die Verschiebung des angekündigten Programms auf 2021 beschlossen.
Die für eine einigermassen kostendeckende Durchführung notwendige Anzahl Besucher ist auch jetzt das entscheidende Argument für Hartmann. «Unser Festival ist nur rentabel, wenn wir mindestens 2000 Personen einlassen dürfen. Und es ist klar, dass wir nicht die Ressourcen haben, auf dem Freudenberg aufwendige Schutzkonzepte mit Testungen vor Ort oder dem Einscannen von Impfpässen umzusetzen», erklärt Hartmann.
Die Frage, ob wie im letzten Jahr die engagierten Bands – etwa die Berner Mundartrocker Patent Ochsner – eins zu eins wieder ins Lineup für 2022 übernommen werden können, ist allerdings nicht so einfach zu beantworten. Es werde ihnen zwar angeboten, so Hartmann, sie wollten sich aber allenfalls selbst anders orientieren. Deswegen könnten Gagenforderungen für den ausgefallenen Auftritt durchaus heuer fällig werden. Existenzbedrohend sei das für das Quellrock allerdings nicht. «Wir sind da ganz entspannt», meint Hartmann. Denn bereits hätten die wichtigsten Sponsoren schon wieder die Verträge verlängert. Ausserdem sei mit dem Kanton bereits eine Vereinbarung über allfällige Ausfallentschädigungen getroffen worden.