«Die umliegenden Gemeinden sollten Uznach entschädigen»
Markus Spörri wirkt im Gespräch wie ein Schnelldenker, der seine Worte jedoch mit Bedacht wählt. Nach fast zwanzig Jahren in der Privatwirtschaft zieht es den 52-Jährigen ins Uzner Gemeindepräsidium und damit näher zu den Menschen. Das Linthgebiet kennt der Märchler seit seiner Kindheit.
Markus Spörri, was wäre Ihre erste Amtshandlung als Gemeindepräsident von Uznach?
Ich würde als erstes alle wichtigen Projekte unter die Lupe nehmen, mit den Mitarbeitern sprechen und klären, wo Hindernisse auftauchen könnten. Dann würde ich bei der Bevölkerung den Puls fühlen, um sicherzugehen, dass die bearbeiteten Projekte auch wirklich jene sind, die auch die Bevölkerung für wichtig hält. Ausserdem würde ich einen Blog einrichten und die Sprechstunde wieder einführen.
Was möchten Sie mit einem solchen Blog erreichen?
Es scheint mir wichtig, die Meinung der Uzner abzuholen, allenfalls auch anonym. Als Gemeindepräsident würde ich wissen wollen, was funktioniert und was nicht. Der Blog wäre also Teil einer kontinuierlichen Bestandesaufnahme.
Auf Ihrem Flyer präsentieren Sie sich als «die clevere Alternative für Uznach». Wie ist das zu verstehen?
Mein Mitbewerber kommt aus der Verwaltung, verfügt über politische Erfahgrung und kennt den Kanton St. Gallen. Aus diesem Grund sehe ich mich als Alternative für Uznach. Das Adjektiv «clever» verwende ich, weil ich denke, dass die Uzner Verwaltung um den sehr erfahrenen Ratsschreiber ausgezeichnet aufgestellt ist und eher um Erfahrung aus der Privatwirtschaft ergänzt werden sollte. Übrigens hätte ich mich zurückgezogen, wenn die Wahlkommission einen Einheimischen aufgestellt hätte. Deshalb der Slogan «Die clevere Alternative».
Mit welchen drei Charaktereigenschaften überzeugen Sie die Wähler?
Engagement, Kreativität und Durchaltewillen. Diese drei Stärken können aber auch zu Schwächen werden. Ich bin bisweilen etwas ungeduldig und impulsiv.
Sie sind derzeit im Kader einer Informatikfirma und verfügen über keine politische Erfahrung. Weshalb zieht es Sie nun ins Amt des Gemeindepräsidenten? Ich suche eine Herausforderung, bei der fassbar wird, was ich erreicht habe. In der Informatik verkauft man Dienstleistungspakete. Diese sind aber nicht sichtbar, sondern sehr abstrakt.Als Gemeindepräsident von Uznach kann ich etwas erreichen, das viel näher beim Menschen ist, und diese Idee gefällt mir. Wenn ich mithelfen kann, eine Umfahrungsstrasse zu realisieren, dann ist das etwas sehr Konkretes.