Die Regierung reicht der Jugendsession die Hand
Junge Menschen im Kanton haben ihr eigenes Sprachrohr, um sich in der Politik Gehör zu verschaffen: die Jugendsession. Rund 30 Jugendliche haben im April an der bereits fünften Auflage teilgenommen. Gemeinsam haben sie sieben Petitionen ausgearbeitet und ihre Anliegen bei der Regierung platziert.
In der Zwischenzeit konnten die zuständigen Stellen die Fragen beantworten – «so schnell wie noch nie», wie Nicola Stocker, Präsident der Jugendsession, erfreut feststellt. Auch überzeugt ihn die Qualität der Antworten. Und was ihm am meisten Freude bereitet: Die Regierung habe sich noch nie zuvor so positiv zu den Petitionen geäussert. «Es besteht die Chance, dass wir in diesem Jahr einige Erfolge erzielen können», so Stocker.
Am Ball bleiben
Als politischen Erfolg würde der Jugendsessionspräsident werten, wenn über die Forderung eine konkrete Massnahme erreicht werden könnte. «Aber auch schon, wenn eine Forderung eine politische Diskussion auslösen kann», so Stocker. Denn in den letzten Jahren seien die Forderungen der Jugendsession jeweils «im Sand verlaufen».
Doch dieses Jahr soll sich dies ändern. Deshalb hat die Jugendsession bereits im Januar einen Trägerverein gegründet, der nun die Petitionen weiterbearbeitet. «So haben wir eine bessere Übersicht, was mit unseren Forderungen passiert, und können die Themen weiterverfolgen.» Die zehn Mitglieder des Trägervereins kontrollieren, dass die Anliegen der Jugendsession auch wirklich ernst genommen werden.
Die Hoffnungsträger
«Regionale Produkte fördern». Das ist eine der sieben Forderungen der diesjährigen Jugendsession. Konkret fordert sie, dass die Regierung einen Leitfaden zur Förderung von regionalen Produkten schaffen soll. Deren Antwort: «Die Regierung ist bereit, das Thema weiterzuverfolgen und dazu geeignete Massnahmen im Sinne der Forderung zu initiieren.»
Diese Forderung ist eine von insgesamt drei, auf die der Kanton positiv geantwortet hat. Die zwei anderen sind «Für einen starken öffentlichen Verkehr», bei dem unter anderem eine Vergünstigung des Bündner Generalabonnements für Jugendliche sowie kostenlose «Park and Ride»-Angebote gefordert werden, und die Petition «Einweg-Plastiksäcke», bei dem die Regierung ersucht wird «bereits bekannte Alternativen» zu fördern. Die Regierung verspricht in diesen Anliegen «Massnahmen zu prüfen».