Die Kammerphilharmonie sucht zwei neue Köpfe
Die Geschäftsstelle der Kammerphilharmonie Graubünden wird umstrukturiert. Dies notgedrungen, nachdem die Co-Geschäftsleiterinnen Susanne Hollenstein und Martina Müller ihre Kündigungen eingereicht haben. Hollenstein wird bis Ende Mai, Müller noch bis Ende August im Büro an der Churer Bahnhofstrasse tätig sein. Nach den Gründen befragt, verwiesen beide an ihre Vorgesetzte Jacqueline Giger Cahannes, die Präsidentin des Vereins Kammerphilharmonie. Die Belastung durch das Pensum im Jubiläumsjahr des Orchesters sei jedenfalls nicht der Grund für ihre Kündigungen gewesen, liessen Hollenstein und Müller durchblicken. Ihnen gehe es «allein um die Kammerphilharmonie».
Auf die Veranstaltungen zum 30-jährigen Bestehen des Bündner Orchesters hätten die Vorgänge hinter den Kulissen keine Auswirkungen, sagt Giger Cahannes. Die Kündigungen seien für sie unerwartet gekommen. «Wir haben das mit den beiden natürlich diskutiert. Ihre Gründe sind nachvollziehbar, valabel und legitim.» Weiter ins Detail gehen möchte auch Giger Cahannes nicht. Man habe unterschiedliche Auffassungen, was die Zusammenarbeit betreffe, da gingen «die jeweiligen Vorstellungen etwas auseinander».
Die gesteckten Ziele erreicht
Giger Cahannes betont jedoch die Einvernehmlichkeit zwischen Vorstand und den Co-Geschäftsführerinnen bis Vertragsende. «Sie sind beide noch voll aktiv, und wir schaffen professionell zusammen.» Von ihr aus hätte dies auch so weitergehen können. «Im Herbst 2017 hatten wir uns ja bewusst für das derzeitige Geschäftsführungsmodell entschieden», sagt sie. Gemeinsam habe man die damals gesteckten Ziele auch umsetzen können – vom neuen Design bis zur Entwicklung neuer Inhalte und Formate. «Wir haben das Marketing verstärkt, die neuen Medien besser genutzt und sind neue Kooperationen eingegangen. All das, um mehr Konzertbesucher zu gewinnen. Das haben wir zusammen erreicht.»
Über die Neustrukturierung der Geschäftsstelle informierte der Vorstand das Orchester vor Kurzem per E-Mail. Darin angekündigt: eine Intendanz (im Rahmen einer 50-Prozent-Stelle), des Weiteren ein Orchestermanagement, das künftig die Geschäftsstelle führen wird, die Konzertorganisation umsetzt, die Orchesterdisposition macht und den Kontakt zu Sponsoren sowie der öffentlichen Hand pflegt. Giger Cahannes rechnet mit einer 80-Prozent-Stelle, die Zahlen seien aber nicht in Stein gemeisselt, sagt sie.