Der Künstler Alois Michel schafft einen «Corona-Fridolin»
von Hans Speck
Alois Michel wohnt schon seit vielen Jahren mit seiner Frau «Luisli» in einem Häuschen mit ein wenig Umschwung an der Mattstrasse ganz in der Nähe des Schwimmbades in Netstal. Seine Eltern, Georges und Tamara Michel-Sergutschov, haben eine äusserst bewegte Geschichte hinter sich. Diese führt in die damalige Sowjetunion oder genauer: in die Stadt Narva in der Nähe von St. Petersburg.
Kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges erging 1937 von der Zentralregierung in Moskau aus an alle in Russland lebenden Ausländer die ultimative Aufforderung, entweder das russische Bürgerrecht anzunehmen oder das Land zu verlassen. So kehrten die Michels in die Schweiz zurück, wo sie sich nach langer Abwesenheit wieder assimilierten.
«Wisi» wird Alois Michel in seinen Kreisen genannt, «Don Aloisius» nannten ihn seine Freunde in seinem Feriendomizil in Calpe in Spanien. Er ist Vater einer Tochter und eines Sohnes, gelernter Maler mit Meisterprüfung und langjähriger Besitzer eines eigenen Malergeschäfts. Er weiss daher, wie man Farben mischt.
Von Hundertwasser inspiriert
«Wisi» liebt den vielseitigen Mischprozess, das spannende Zusammenspiel der verschiedenen Farben und freut sich über die erzielten Resultate. Seine Bilder malt er hauptsächlich auf Acrylbasis, scheut sich aber nicht, ab und zu auch mit Öl- oder Wasserfarben zu experimentieren. «Wisi» ist ein Maler und Künstler nach altem Schrot und Korn, hat das Malen von der Pike auf gelernt, ist vielseitig und extrem experimentierfreudig.
Immer wieder wartet er mit neuen Ideen auf. Ein Beispiel dafür sind seine Wahl- und Abstimmungskampagnen, bei denen er seine Meinung jeweils vor kommunalen, kantonalen und eidgenössischen Abstimmungen schwungvoll und mit viel Farbe auf ein Holzbrett malt und schreibt.
«Wisi» amtierte zudem viele Jahre als Präsident des Fussballclubs Netstal. «Gäbe es den ‹Wisi› nicht, müsste man ihn erfinden», sagte erst kürzlich eine Nachbarin lächelnd.