Bald obligatorisch: Von Notbremssystemen, Müdigkeitsassistenzen und Unfalldatenschreibern
Fahrassistenzsysteme sind bei Autos keine Neuheit mehr. Autogenerationen der letzten Jahre sind bereits mit Spurhalte- und Notbremsassistent ausgestattet. Ab Sonntag, 7. Juli, sind laut dem Bundesamt für Strassen Warnsysteme bei nachlassender Konzentration des Fahrenden, Müdigkeitsassistenten, Rückfahrassistenten und Schutz vor Cyberangriffen obligatorisch. Zudem müssen Autohersteller Unfalldatenschreiber verbauen, die ähnlich funktionieren wie eine Blackbox im Flugzeug. Damit sollen Unfallhergänge in Zukunft besser nachvollziehbar sein.
Vanessa Flack, Mediensprecherin des Touring Club Schweiz (TCS), erklärt, weshalb diese Systeme obligatorisch werden, welche Assistenten noch Verbesserungspotenzial haben und was die Neuerungen für Fahrerinnen und Fahrer bedeuten.
Was erledigen Müdigkeitsassistenten, Unfallschreiber und Co?
Wie der TCS in einer Mitteilung schreibt, müssen alle neu in Verkehr gesetzten Personenwagen über ein System verfügen, das bei einer Fahrerin oder einem Fahrer erkennen kann, wenn die Aufmerksamkeit aufgrund von Müdigkeit nachlässt. Doch was tun Müdigkeitsassistenten und Unfallschreiber, und weshalb sind diese ab 7. Juli obligatorisch? «Die Müdigkeitsassistenzen wurden weiter ausgebaut. Das dient der Verkehrssicherheit», sagt Flack. Unter anderem nicht zu blinken sowie nicht in der Mitte der Fahrbahn zu fahren, werte der Müdigkeitsassistent sofort als Schläfrigkeit.
«Allgemein haben aber alle Fahrassistenten noch Verbesserungspotenzial», erklärt Flack. Es sei vieles getestet, aber noch nicht alles funktioniere. Einzelne Tests hätten gezeigt, dass die Systeme noch Verbesserungspotenzial haben. Beispielsweise der Spurhalter zeige sich je nachdem als übersensibel. «Sobald Autofahrerinnen und Autofahrer nur leicht neben der Mitte der Fahrbahn sind, piepst und vibriert das System.»
Ein weiteres Beispiel ist der Rückfahrassistent. Dadurch solle das Auto halb automatisch oder vollautomatisch parkieren. Solche Systeme seien noch nicht ganz ausgereift. «Je nachdem, wie schräg oder gerade ein Hindernis zum Fahrzeug steht, erkennt der Rückfahrassistent nicht immer ganz zuverlässig und die automatische Notbremsung wird nicht eingeleitet. Deshalb empfiehlt der TCS Lenkerinnen und Lenkern, trotzdem über die Spiegel das Umfeld zu prüfen.