An vielen Schweizer Schulen herrscht buchstäblich dicke Luft
0.04 Prozent oder 400 ppm (parts per million) beträgt der durchschnittliche Anteil an Kohlendioxid in der Luft, wenn wir uns im Freien aufhalten. Befinden sich 20 Personen über mehrere Stunden in einem Raum, der nicht ausgiebig gelüftet wird, steigt dieser Wert bald einmal auf 0.2 Prozent an. Was auf den ersten Blick nach wenig klingt, kann bereits spürbare Auswirkungen auf die Gesundheit haben: Die Leistungsfähigkeit nimmt ab, Kopfschmerzen und Müdigkeit treten auf, Asthmatiker leiden vermehrt unter ihren Krankheitssymptomen. Das besagt ein Themenblatt des BAG zur Luftqualität in Schulzimmern.
Massive Überschreitung in einem der Schulzimmer
Der Anlass, über die Luftqualität in Schweizer Schulzimmern zu reden, ist eine Studie des BAG. In 100 Schulzimmern in insgesamt 96 Schulen in den drei Kantonen Bern, Graubünden und Waadt hat das BAG in den Heizperioden 2013/14 und 2014/15 repräsentative Daten dazu erhoben. Zwei Drittel der Schulzimmer wiesen dabei eine ungenügende Luftqualität auf. «Das heisst, sie überschritten während mehr als zehn Prozent der Schulzeit die hygienische Grenzwertempfehlung von 0.2 Prozent Kohlendioxid in der Raumluft», erklärt Claudia Vassella von der Fachstelle Wohngifte des BAG. Weiter hätten die Resultate gezeigt, dass in 30 Prozent der Schulzimmer während 30 Prozent der Schulzeit der hygienische Grenzwert überschritten wurde, in zehn Prozent der Zimmer gar während der Hälfte der Schulzeit. «Und in einem Schulzimmer wurde dieser Wert gar während 90 Prozent der Zeit überschritten», so Vassella.
Über die genauen Standorte der Schulzimmer darf Vassella keine Auskunft geben. Nur so viel: «Von jedem der drei Kantone wurden sechs bis sieben Gemeinden berücksichtigt. Insgesamt zeigen die Standorte der Schulen ein repräsentatives Abbild der Schweiz.» Will heissen, dass sich, neben anderen Kriterien, ein Viertel der Schulzimmer in Gemeinden mit 2000 bis 5000 Einwohnern befindet, weil ein Viertel aller Schweizer Gemeinden so viele Einwohner hat.