Die Gemeinde Albula/Alvra stimmt über Umsiedlungskredit für Brienz ab
In der Vergangenheit mussten die Einheimischen das Dorf mehrmals über Monate verlassen. Wer deswegen ganz wegziehen will, soll das ohne grosse finanzielle Verluste tun können. Der Gemeindevorstand beantragt deshalb bei der Gemeindeversammlung einen Bruttokredit von 82,56 Millionen Franken. Dieses Geld soll für die präventive Umsiedlung der angemeldeten Bewohnerinnen und Bewohner dienen. Konkret gingen gemäss dem letzten Bulletin der Gemeinde vom Juni 42 Gesuche zur präventiven Umsiedlung ein.
In den 42 Liegenschaften, die Teil der präventiven Umsiedlung sind, befinden sich gemäss damaligen Aussagen des Kommunikationsbeauftragten Christian Gartmann rund 90 Erst- und Zweitwohnungen. «Eine genaue Zahl zu den ständigen Bewohnern in diesen Liegenschaften kennen wir nicht», führte Gartmann im Juni gegenüber Keystone-SDA aus.
Die 82,56 Millionen Franken, die der Gemeindevorstand nun beantragt, werden später grösstenteils vom Kanton Graubünden und dem Bund übernommen. Sie beteiligen sich zu 90 Prozent an den Umsiedlungskosten, die restlichen zehn Prozent müssen die Umsiedlungswilligen selbst tragen. Das Bündner Parlament hat im Dezember 2025 bereits einen Investitionsbeitrag von 50 Millionen Franken genehmigt. Für die Gemeinde Albula/Alvra belaufen sich die Restkosten gemäss Botschaft höchstens auf knapp 360'000 Franken.
Umsiedlung innert fünf Jahren
Sofern die Gemeindeversammlung den Bruttokredit genehmigt, behandelt die Bündner Regierung voraussichtlich im Spätsommer das Vorhaben. Nach der rechtskräftigen Projektgenehmigung können alle, die sich für die Umsiedlung entschieden haben, innert fünf Jahren umziehen.
Wer umziehen will, hat drei verschiedene Möglichkeiten. Er kann in ein bestehendes oder neues Haus innerhalb einer rechtsgültigen Bauzone im Kanton ziehen.
Es besteht aber auch die Variante, dass sich die Betroffenen für das aufgegebene Land und Gebäude auszahlen lassen.