Extremes Aprilwetter im Glarnerland: Von Wärmerekord bis Schnee ist alles dabei
von Felix Blumer
Nach dem rekordwarmen Februar und dem ebenfalls sehr warmen März war männiglich auf einen warmen April eingestellt. Zunächst sprach auch nicht viel dagegen. Föhnphase reihte sich an Föhnphase, meistens an den Wochenenden. Bei uns im Kanton wurde die Spitze am 8. April erreicht. Das Thermometer zeigte im Hauptort einen Wert von 27,2 Grad. Das gab es bis dahin im April noch nie. Der bisherige Höchstwert datierte vom 28. April 2012 mit 27,1 Grad. Auch in Elm war es sehr warm. Dort wurden schon am 6. April 23,7 Grad gemessen. Das war für Elm der zweithöchste Aprilwert. Noch wärmer war es dort nur am 25. April 2007.
Trotzdem wurde am Fusse des Martinslochs Ausserordentliches verzeichnet. Nicht weniger als vier Tage gehören nun zu den zehn wärmsten Apriltagen. Nebst dem 6. April tauchen in der Top-Ten-Liste auch der 7., der 8. und der 14. April auf. Allerdings war es nicht nur bei uns im Kanton sehr warm, auch sonst purzelten die Temperaturrekorde. Insgesamt 27 Messstationen in der Schweiz verzeichneten dieses Jahr den lokal wärmsten Apriltag seit Messbeginn.
Der Monatshöchstwert wurde im Übrigen in Basel mit 28,8 Grad registriert, gefolgt von Chur mit 28,5 Grad. Beide Werte wurden am 6. April gemessen. Sowohl Basel als auch Chur verzeichneten bereits 5 Sommertage im April. Bei uns im Kanton blieb der 8. April bis jetzt der einzige Sommertag.
Nach der Monatsmitte kam der freie Fall
In der zweiten Monatshälfte folgte der grosse Absturz der Temperaturen. So verharrten beispielsweise in Aarau die Temperaturen zwischen dem 18. und dem 24. April durchgehend unterhalb der 10-Grad-Marke. Eine so lange Periode mit einstelligen Temperaturen wurde in Aarau letztmals im April 1994 verzeichnet. In Glarus wurden sogar vom 17. bis 25. April durchgehend einstellige Temperaturen aufgezeichnet. Allerdings ist dies bei uns nicht so aussergewöhnlich. Schon eher überraschend: Es gab bei uns keinen Frost! Der Monatstiefstwert wurde am 22. April mit +0,1 Grad gemessen. Anders sieht es beim Bodenfrost aus. Sieben Mal gab es Bodenfrost, und symptomatischerweise wurden die tiefsten Temperaturen erst Ende des Monats gemessen, als die Nächte wieder teilweise klar waren. Das Minimum lag bei –4,7 Grad am 26. April.