«Der Januar war im Glarnerland zu warm», sagt Meteorologe Felix Blumer
von Felix Blumer*
Temperaturmässig waren wir im Januar auf einer Achterbahn unterwegs. Die erste Januarwoche sorgte in weiten Teilen der Schweiz für mildes Wetter. Besonders am 3. Januar lagen die Temperaturen weit über dem Schnitt. Auch in der Stadt Glarus lag der Höchstwert bei 11,5 Grad, in Elm waren es 7,3 Grad. Danach klopfte am ersten Januarwochenende der Winter an, und die Temperaturen sanken deutlich ab.
Nach kräftigen Schneefällen wurden am Montagmorgen, 8. Januar, in Elm 50 Zentimeter Schnee gemessen. Danach gab es nur noch wenig Niederschlag, aber es war kalt. Mehrfach sank die Temperatur in Elm in den zweistelligen Minusbereich, am 19. und am 20. Januar in der Früh gab es je einen Tiefstwert von –13,8 Grad. Insgesamt brachte es Elm auf elf Eistage, also Tage, an denen die Temperatur nie über den Gefrierpunkt stieg.
Am 22. Januar kam der Frühling
Im Hauptort wurde es dagegen nur bedingt winterlich. Das erste Januarwochenende brachte nur einen Zentimeter Schnee, und auch die fünf Zentimeter Neuschnee am 15. Januar liessen nur bedingt richtige Wintergefühle aufkommen. Auch die fünf Eistage zur Monatsmitte waren nicht berühmt. Die teilweise klaren Nächte brachten aber dennoch tiefe Temperaturen. Am 20. Januar gab es einen Tiefstwert von –9 Grad im Hauptort.
Im letzten Monatsdrittel erreichte uns wieder sehr milde Luft. Besonders am 24. Januar war es an vielen Orten frühlingshaft. Im Engadin und im Wallis gab es stellenweise den wärmsten Januartag seit Messbeginn. Bei uns gab es an jenem Tag 13 Grad in Glarus und 9,1 Grad in Elm. Mit Föhn war es aber in Elm am 17. Januar noch etwas wärmer.
Gut 2,5 Grad Temperaturüberschuss
Insgesamt dominierten die Warmphasen. Im Vergleich zur klimatologisch relevanten Norm der Jahre 1961 bis 1990 war es in Glarus 2,9 Grad zu warm und in Elm 2,1 Grad. Insgesamt betrug der Wärmeüberschuss in der Schweiz gut 2,5 Grad, in Sitten waren es sogar 3,4 Grad.