Graubünden ist endlich zurück in der Super League
Es gab sie nur vereinzelt. Die Bündner, die schon in der höchsten Schweizer Fussballiga eingesetzt wurden.
Vorreiter waren der Churer Ruedi Kägi, der bis zu seinem Rücktritt 1980 37 NLA-Spiele für den FC Nordstern Basel bestritt oder der legendäre Stürmer Paul Friberg, der 1978 vom 3.-Ligisten Tavanasa direkt vom grossen FC St. Gallen verpflichtet wurde. Bis 1989 brachte er es für die Espen, den FC Wettingen und den FC Luzern zu fast 200 Spielen in der höchsten Schweizer Spielklasse.
Es folgten:
- Georg Aliesch (1978, 2 Spiele, Zürich)
- Livio Zanetti (1980-1985, 89 Spiele, Grasshoppers)
- Hubert Palla (1981/82, 3 Spiele, GC)
- Patrick Blumenthal (1990, 6 Spiele, Young Boys Bern)
- Oliver Sidler (1990-1992, 29 Spiele, St. Gallen)
- Luca Denicola (1999-2007, 95 Spiele, GC, YB, Aarau)
- Marius Zarn (2006/07, 12 Spiele, Aarau)
- Senad Lulic (2008-2011, 72 Spiele, GC, YB)
- Orhan Mustafi (2008-2012, 54 Spiele, Zürich, Basel, Aarau, GC)
- Gianluca Hossmann (2010-2014, 5 Spiele, GC)
Die Liste ist überschaubar, seit dem 16. Dezember 2018 darf sie aber um einen Namen erweitert werden. Dann nämlich kam der Churer Angelo Campos im Auswärtsspiel gegen den FC Luzern (1:2) für den FC St. Gallen zu seinem Super-League-Debüt. Bis Saisonende durfte der 19-Jährige «Instinktstürmer», wie er sich selber bezeichnet, noch zwei weitere Male Super-League-Luft schnuppern.
Beim FCSG hält man grosse Stücke auf den zweifachen Schweizer U16-Nationalspieler. Dank starken Auftritten in der vergangenen 1.-Liga-Saison beim St. Galler U21-Team mit 14 Toren in 22 Spielen hat Campos seinen ersten Profivertrag erhalten. Trainer Peter Zeidler scheint die Spielweise des in Chur aufgewachsenen Portugiesen zu gefallen. Trotz namhafter Konkurrenz im Sturm der Ostschweizer hat sich Campos in der Saisonvorbereitung nahe an die Stammelf herangepirscht. Beim «St. Galler Tagblatt» werden ihm gute Chancen auf Einsatzminuten in der Super League attestiert.
Campos, der nächste Bündner in der höchsten Schweizer Liga, ist derweil nicht der einzige Sprössling von Chur 97, der es auf diese Saison hin in einen Super-League-Kader geschafft hat. Mit Chef Eric Tia vom FC Luzern darf der Bündner Fussballverband einen weiteren Spieler für sich reklamieren. Der Flügelflitzer von der Elfenbeinküste war erst 2014 bei Chur 97 dem Vereinsfussball beigetreten. Bis 2017 lief der heute 22-Jährige für die Churer auf, ehe er in die U21 des FC Zürich wechselte.
Im Februar dann erhielt Tia ein Angebot des FC Luzern. Gemäss FCL-Sportchef Remo Meyer ist der einst als Asylbewerber in Chur gelandete Angreifer ein Perspektivspieler. Durch seine Schnelligkeit könnte Tia gerade in der Schlussphase als Einwechselspieler für die Innerschweizer zur echten Waffe werden. In den Vorbereitungsspielen kam er bereits mehrfach als Joker zum Zug.
Bemerkenswert: Schon am ersten Spieltag (Samstag, 19 Uhr) empfängt der FC St. Gallen den FC Luzern. Das mögliche Aufeinandertreffen der beiden Bündner Campos und Tia wäre eine echte Rarität. Vielleicht bald schon lassen sich die Bündner Super-League-Spieler nicht mehr an einer Hand abzählen.
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