Neue Ära für das Institut Ftan
Drei Stunden hat die Generalversammlung des Hochalpinen Instituts Ftan (HIF) am Samstag gedauert. Mehr als 90 Prozent der Aktien waren vertreten, und die Aktionäre hatten viele, zum Teil kritische Fragen. Neun Verwaltungsräte für 81 Schüler – ist das nicht zu viel des Guten? Und wer steckt eigentlich hinter den beiden Grossaktionären? Trotz solcher Fragen wurden alle Traktanden letztlich abgesegnet.
Das hat zum einen wohl damit zu tun, dass die zentralen Fragen beantwortet werden konnten, zum anderen hat die Anwesenden beeindruckt, wie unglaublich viel in den letzten drei Jahren am HIF passiert ist. Ein weiterer Faktor war gewiss der vertrauenerweckende, hochkarätig besetzte Verwaltungsrat, zu dem jetzt noch Kommunikationsexpertin Ursula Fraefel, der Jurist Michael Budlinger und seitens der beiden Grossinvestoren Gilles Reponds und Roger Schneider gehören.
Neu besitzen die Grossinvestoren 48,6 Prozent der Aktien. Es handelt sich um die Matthias Gubler AG und um die Forum Capital Management AG – zwei Vermögensverwaltungs-Firmen. 24,1 Prozent des Aktienkapitals gehören der SCC Education Group, einer schweizerisch-chinesischen Investorengruppe. Die Unterengadiner Gemeinden waren einst Hauptaktionär, heute gehören der Gemeinde Scuol noch 8,3 Prozent. Der Rest der Aktien ist auf viele kleine Aktionäre aufgeteilt.
Viele neue Angebote
Sowohl die beiden Grossinvestoren als auch die Gemeinde Scuol haben dazu beigetragen, dass das HIF trotz eines Jahresverlusts von 2,3 Millionen Franken wirtschaftlich auf stabilen Beinen steht. Die Aktienkapitalerhöhung von fünf Millionen Franken konnte dank des verlängerten Darlehens der Gemeinde Scuol sowie dank der Grossaktionäre erfolgreich durchgeführt werden.
Dieses Geld ist notwendig, um die vielen Neuerungen an der Schule realisieren zu können. Neue internationale Lehrgänge mit den Abschlüssen sowie der Ausbau der bestehenden Sekundarschule und des Gymnasiums als bilinguale Deutsch-Englisch-Lehrgänge sind derzeit im Bewilligungsverfahren. Vor allem im Bildungsmarkt Asien sieht Verwaltungsratspräsident Jon Peer grosses Potenzial. Weiter wurde ein Digitalisierungskonzept erarbeitet, und in Kooperation mit Mia Engiadina soll eine Informatik-Lernumgebung realisiert werden. Der Verwaltungsrat hat zudem entschieden, eine Language Academy aufzubauen. Dieses neue Angebot umfasst zertifizierte Lehrgänge in den Sprachen Deutsch und Englisch. «Nur wenn wir eine qualitativ hochwertige Schule haben, sind wir erfolgreich», sagte Direktorin Elisabeth Steger Vogt.
«Nur wenn wir eine qualitativ hochwertige Schule haben, sind wir erfolgreich.»