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Wirtschaft

Morgen wird der letzte Uzner Spargel gestochen

Schneller als gedacht haben sich die Ricklins entschieden: Die Spargelsaison 2017 wird die letzte sein – nach zehn Jahren ist der Uzner Spargel Geschichte.
Urs Schnider
15.06.2017, 05:00 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Noch vor einer Woche hatten sie leise Hoffnung – nun ist für Daniel und Karin Ricklin aber klar: «Wir hören definitiv auf.» Innerhalb von einer Woche habe sich die Situation noch einmal dramatisch verschlechtert. «Es ist wirklich schlimm geworden», sagt Daniel Ricklin, der auf dem Familienbetrieb hoch über Uznach seit zehn Jahren das edle Gemüse anbaut. Am letzten Mittwoch überlegte Ricklin noch, eine weitere Saison anzuhängen (Ausgabe vom 8. Juni). Aber der Absatz ging so stark zurück, dass der sich abzeichnende Entscheid nun zur traurigen Gewissheit geworden ist.

Grosse Abnehmer sprangen ab

Die bis anhin grösseren Kunden kauften keinen Uzner Spargel mehr – also rund 90 Prozent der Restaurants und Läden. «Und die, die uns noch blieben, bestellten deutlich weniger», sagt Daniel Rick-lin. Er wirkt dabei keineswegs verbittert. Aber: Ein weinendes Auge sei schon dabei. «Wir hatten erfolgreiche Jahre und einen sehr gut eingespielten Betrieb. In den besten Zeiten holten wir fünfmal pro Tag mit dem Handwagen frischen Spargel vom Feld, wenn der Laden leer war.»

Karin Ricklin pflichtet ihm bei: «Wir haben uns in den letzten zehn Jahren etwas aufgebaut.» Dass das nun vorbei ist, müssen die beiden noch etwas sacken lassen. «Aber der Entscheid ist unumstösslich, obschon wir in den letzten Tagen aufgrund des drohenden Endes viele aufmunternde Rückmeldungen erhielten.» Das hat die Ricklins gefreut. Und der Verkauf habe in den letzten Tagen nochmals angezogen. «Aber gesamthaft war es eine mässige Saison.»

«Es hät, so langs hät»

Ein weiterer Grund für den Entschluss ist, dass die Spargelkultur der Ricklins nach zehn Jahren hätte erneuert werden müssen. Bis ein neues Feld jedoch Ertrag abwirft, dauert es rund drei Jahre. «Bis dahin hätten wohl viele Stammkunden Alternativen gefunden.» Zudem biete die ausländische Konkurrenz immer günstiger und auch früher Spargel an: «Wenn wir mit der Ernte beginnen, haben viele Leute gar keine Lust mehr auf Spargel.» Die letzten Spargeln stechen die beiden zusammen mit ihren langjährigen polnischen Mitarbeitern am Freitag. Am Samstag, Sonntag und allenfalls auch noch Anfang nächster Woche kann der letzte Uzner Spargel im Hofladen gekauft werden. «Es hät, so langs hät», sagt Karin Ricklin.

Dann wird aufgeräumt, das Feld abgebrochen, Material gewaschen und so weiter. Was danach kommt, ist offen. «Eine Alternative haben wir noch nicht», sagt Daniel Ricklin. Seine Frau schiebt nach: «Irgendein Türchen wird sicher wieder aufgehen.»

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