SRF Arena heute: Diese Gäste diskutieren über Fleisch, Pflanzen und «Vegan-Zwang»
Am 27. September stimmt die Schweiz über die Ernährungsinitiative ab. Bereits heute Abend treffen Befürworter und Gegner in der «Abstimmungs-Arena» aufeinander. Dabei geht es um die Frage, wie stark sich die Schweizer Landwirtschaft verändern soll – und welche Folgen das für Konsumentinnen und Konsumenten hätte.
Wann läuft die «Arena» heute im SRF?
Die «Abstimmungs-Arena» zur Ernährungsinitiative wird am Freitag, 4. September 2026, um 22.25 Uhr auf SRF 1 ausgestrahlt. Durch die Sendung führt «Arena»-Moderator Sandro Brotz.
Im Zentrum steht die Ernährungsinitiative, über die die Schweizer Stimmbevölkerung am 27. September entscheidet.
Diese Gäste sind heute in der «Arena» dabei
Auf der Seite der Befürworter diskutieren drei Gäste:
- Franziska Herren, Initiantin
- Regula Züger, Agronomin ETH
- Klaus Lanz, Wasserforscher
Ihnen stehen drei Gegner der Initiative gegenüber:
- Guy Parmelin, Bundesrat und Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung
- Franziska Roth, SP-Ständerätin aus Solothurn
- Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbands und Mitte-Nationalrat aus St. Gallen
Damit treffen in der Sendung unter anderem die Initiantin selbst und zwei der prominentesten Vertreter der Schweizer Landwirtschaftspolitik aufeinander.
Darum wird über einen «Vegan-Zwang» gestritten
Die Ernährungsinitiative will den Selbstversorgungsgrad der Schweiz erhöhen. Angestrebt werden mindestens 70 Prozent. 2024 lag der Netto-Selbstversorgungsgrad laut Bund bei rund 42 Prozent.
Um das Ziel zu erreichen, soll unter anderem die Produktion pflanzlicher Lebensmittel gestärkt werden. Künftig sollen beispielsweise mehr Hülsenfrüchte, Getreide und Gemüse direkt für Menschen und weniger Pflanzen als Futtermittel angebaut werden. Gleichzeitig verlangt die Initiative einen stärkeren Schutz von Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität sowie Grund- und Trinkwasser.
Die Gegner warnen hingegen vor weitreichenden staatlichen Eingriffen. Sie argumentieren, ein Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent könne nur erreicht werden, wenn der Konsum tierischer Produkte deutlich zurückgehe. Im Abstimmungskampf fällt deshalb auch der Begriff «Vegan-Zwang».
Die Initiative selbst schreibt allerdings weder eine vegane oder vegetarische Ernährung noch konkrete Lebensmittelverbote vor. Welche Massnahmen bei einer Annahme tatsächlich eingeführt würden, müsste erst auf Gesetzesebene entschieden werden.
Im Parlament war die Initiative chancenlos – beim Volk ist das Rennen offen
Politisch steht die Ernährungsinitiative vor einer ungewöhnlichen Ausgangslage. Im Nationalrat wurde sie mit 194 zu 0 Stimmen abgelehnt, im Ständerat mit 44 zu 0 Stimmen. Bundesrat und Parlament empfehlen ein Nein. Die Grünen haben Stimmfreigabe beschlossen, die anderen grossen Parteien lehnen die Initiative ab.
Bei den Stimmberechtigten sieht die Situation bislang deutlich knapper aus.
In der ersten SRG-Umfrage des Forschungsinstituts GFS Bern gaben 47 Prozent an, die Initiative bestimmt oder eher annehmen zu wollen. 49 Prozent waren bestimmt oder eher dagegen, vier Prozent unentschieden. Wegen des statistischen Unsicherheitsbereichs sprach SRF von einer Pattsituation.
Besonders deutlich fallen die Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen aus. Unter den 18- bis 39-Jährigen lag die Zustimmung bei 54 Prozent. Von den befragten Frauen unterstützten 55 Prozent die Initiative, bei den Männern waren es 39 Prozent.