Der Tanz auf Messers Schneide
Die beiden Bergbahnen Arosa und Lenzerheide waren die Letzten, die zum Thema «wie locke ich Gäste in unsere Destination» Neues zu verkünden hatten. An ihren Generalversammlungen kamen sie zum Schluss: egal wie aber günstig muss es sein. Im Kampf um die Gäste scheint sich bei den Bergbahnen alles nur noch um Billigangebote zu drehen. Auf die Frage, ob es den Bergbahnen wirklich so schlecht geht, sagt Martin Hug, Präsident der Bergbahnen Graubünden: «Gegenüber dem Spitzenwinter 2008/09 verzeichnen die Bündner Bergbahnen in den letzten Jahren einen Rückgang von 55 Millionen Franken oder 22 Prozent des Winter-Transportumsatzes.» Einzelne Bergbahnunternehmen würden daher mit Verlusten und Liquiditätsengpässen kämpfen.
Es findet eine Umverteilung statt
Hug glaubt nicht, dass sich diese Verluste mit Billigangeboten auffangen lassen. Es werde oftmals unterschätzt, dass der Kuchen an potenziellen Gästen im ganzen Alpenraum durch eine Rabatt-Preisstrategie nicht zwingend grösser werde. «Es findet eine Umverteilung statt», sagt Hug. «Die Kuchenstücke einzelner Unternehmen werden zwar ein bisschen grösser, diejenigen Anteile anderer dafür im Gegenzug kleiner.»
Wandel der Gästebedürfnisse
Der Bergbahn-Fachmann zeichnet ein düsteres Bild. Er sagt: «Für einige der kleinen und mittleren Unternehmen ist die aktuelle Situation ein Tanz auf Messers Schneide.» Hug rät der Branche innovativer und mutiger zu werden. «Die aktuellen Herausforderungen liegen im Klimawandel, im Wandel der Gästebedürfnisse, in der hohen Wettbewerbsintensität in stagnierende Märkten sowie bei den kleinbetrieblichen Strukturen.» Es sei unerlässlich, zu den Werten zu stehen, diese noch besser zu bündeln und den Kunden als buchbare Mehrwerte zugänglich zu machen.