Zum Hauptinhalt springen
Tourismus

Bergbahnen Scuol warten erst mal ab

Die Bergbahnen Scuol AG fahren einen vorsichtigen Kurs, was die Preispolitik angeht. «Es geht hier nicht um die Frage des Sich-leisten-Könnens, es geht darum, keine Fehler zu machen», sagte Präsident Andri Lansel an der Generalversammlung.
08.10.2017, 15:00 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Die Bergbahnen Scuol AG fahren einen vorsichtigen Kurs, was die Preispolitik angeht. Präsident Andri Lansel hat an der Generalversammlung vom Samstag die 357 anwesenden Aktionäre und Aktionärinnen (entspricht 49,4 Prozent der Aktien) darüber informiert, dass die Preise für kommende Wintersaison nicht gesenkt werden. «Wir wollen zuerst beobachten, was unsere Mitbewerber machen, wie die Kunden darauf reagieren und wie der Markt darauf reagiert», erklärte er.

Keine Fehler machen

Auf die Frage, ob sich die Bergbahnen Scuol AG denn dieses Abwarten leisten könne, meinte Lansel: «Es geht hier nicht um die Frage des Sich-leisten-Könnens, es geht darum, keine Fehler zu machen».

Die nötige Sensibilität dafür habe der Verwaltungsrat. «Wenn wir bedenken, dass unsere österreichischen Nachbarn kein Preisdumping machen, wäre es verfehlt, wenn wir jetzt Tageskarten zum halben Preis verkaufen würden», ist der Verwaltungsratspräsident überzeugt. Davon hätte die Bergbahnen Scuol AG nämlich keinen Gegenwert. Sie müsste viel mehr Gäste haben, um diesen zu erhalten. Momentan kostet eine Tageskarte in Scuol 56 Franken, was im Rahmen der vergangenen fünf Jahre liegt. Im Laufe des Winters sollen die Preise für den nächsten Winter beschlossen werden.

Ein neuer Direktor

Die Bergbahnen Scuol AG gilt als ein Unternehmen, das kontinuierlich schwarze Zahlen schreibt. Im Geschäftsjahr 2016/17 wurde ein Umsatz von 12, 3 Millionen Franken erreicht und daraus konnte ein Cashflow von 3,1 Millionen Franken erwirtschaftet werden. Der Gesamtumsatz liegt um 12,45 Prozent unter dem Durschnitt der letzten fünf Jahre. Dieses Resultat ist auf die fehlenden Gäste des geschlossenen Robinson Club Schweizerhof in Vulpera und auf den schneearmen Saisonstart zurückzuführen. Der Reingewinn beträgt 41 Franken. Mit dem vergangenen Geschäftsjahr ist Direktor Egon Scheiwiller nicht zufrieden. Dennoch kann er auf 15 erfolgreiche Jahre zurückblicken, wenn er Ende November die Geschäftsleitung an Andri Poo übergibt.

Bergbahnen Scuol warten erst mal ab | Südostschweiz