SFV entzieht Gianni Infantino die Unterstützung für die Wiederwahl
Der Schweizerische Fussballverband hat Gianni Infantino die Unterstützung für eine weitere Amtszeit an der Spitze des Weltfussballverbandes entzogen. Das beschloss der Zentralvorstand des SFV am 25. September. Am Mittwoch machte der Verband die Entscheidung öffentlich. Noch im Juni hatte der SFV angekündigt, Infantinos Kandidatur bei der nächsten FIFA-Präsidentenwahl unterstützen zu wollen. Nach einer «umfassenden Neubeurteilung» zieht der Verband diese Zusage nun zurück.
SFV sieht zentrale Fragen weiterhin unbeantwortet
Auslöser für die Kehrtwende sind laut SFV insbesondere zwei Vorgänge: der Umgang der FIFA mit dem Fall des US-Nationalspielers Folarin Balogun und die Diskussionen um das geplante Vermarktungsprojekt «FIFA Forward Enterprise».
Der SFV habe von der FIFA zwar am 21. September ein Schreiben erhalten, in dem weitere Gespräche und Reformschritte angekündigt worden seien. Nach Ansicht des Verbandes bleiben jedoch wichtige Fragen zu Verantwortlichkeiten, Entscheidungswegen und den Hintergründen der beiden Fälle offen.
«Unter diesen Umständen können wir die im Juni ausgesprochene Unterstützung nicht verantwortungsvoll aufrechterhalten», wird SFV-Präsident Peter Knäbel in der Mitteilung zitiert.
Der Verband betont zugleich, dass der Entzug der Unterstützung keine generelle Absage an die Zusammenarbeit mit der FIFA sei. Der SFV wolle weiterhin konstruktiv mit dem Weltverband zusammenarbeiten.
Dieser Entscheid im Balogun-Fall sorgte für Kritik
Besonders umstritten war eine Entscheidung während der Weltmeisterschaft. Der amerikanische Stürmer Folarin Balogun hatte im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen. Die normalerweise automatisch folgende Sperre wurde von der FIFA-Disziplinarkommission jedoch für eine einjährige Bewährungsfrist ausgesetzt.
