Spital Thusis muss sich eine neue Direktion suchen
Der Paukenschlag kommt mit einer Medienmitteilung am Mittwochnachmittag: Der Thusner Spitaldirektor Reto Keller hat den Stiftungsrat der Spitaleignerin Gesundheit Mittelbünden darüber informiert, dass er «in absehbarer Zeit» sein Amt abgeben will, um sich beruflich neu zu orientieren. Er verspüre mit 50 Jahren «grosse Lust, etwas Neues zu wagen», wird Keller in der Mitteilung zitiert. Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger sei bereits aufgenommen.
Neuer Stiftungsrat ist erst seit Mitte Jahr im Amt
Der Wunsch nach einer Veränderung sei diesen Sommer in einer «mehrwöchigen Auszeit» gereift. Keller bietet dem Stiftungsrat laut Mitteilung aber an, dem Spital und der Stiftung so lange zur Verfügung zu stehen, bis die Nachfolge geregelt und eine ordentliche Übergabe erfolgt ist. Der Entscheid des Direktors sei «ein Verlust für das Spital, die Stiftung und die ganze Gesundheitsregion Mittelbünden», äussert sich Stiftungsratspräsident Christian Rathgeb im Communiqué.
Keller ist schon sein gesamtes Berufsleben im Thusner Krankenhaus tätig: Er hat ab 1988 bereits die KV-Lehre dort absolviert. Als Direktor amtet er seit mittlerweile 15 Jahren. Seine Ankündigung falle für den Stiftungsrat nun in eine «anspruchsvolle Zeit», das räumt das Gremium in der Mitteilung vom Mittwoch selber ein. Einerseits ist der aktuelle Stiftungsrat in seiner stark veränderten neuen Zusammensetzung erst seit Mitte Jahr im Amt, und in der Geschäftsleitung der Stiftung ist es gemäss dem Communiqué im ersten Halbjahr gleich zu drei Rücktritten gekommen.
Diese Vakanzen konnten offenbar innert kurzer Zeit mit neuen Kräften beseitigt werden. Nichts geändert hat sich jedoch an der gleichzeitig herrschenden angespannten Finanzlage des Spitals. Für das Jahr 2022, das wurde schon anlässlich der Delegiertenversammlung im Juni bekannt, weist die Stiftung für das Krankenhaus und die weiteren Geschäftsbereiche ein Defizit von knapp fünf Millionen Franken aus, und wie aus der aktuellen Mitteilung hervorgeht, bleibt die Lage auch im laufenden Jahr sehr angespannt. Deshalb lanciere der Stiftungsrat jetzt ein Sanierungsprogramm mit dem Ziel, die finanzielle Lage der Institution zu verbessern.