«Wir kennen längst nicht alle Wölfe in Graubünden»
Die Meldung des dritten Wolfsrudels in Graubünden ist knapp einen Monat her. Nun soll es schon ein viertes Rudel in den Bündner Bergen geben. Dies bestätigt das Amt für Jagd und Fischerei am Dienstag. Ein Jäger hat am Sonntagmorgen zwei Adulttiere und drei Jungtiere bei einer Alp bei Obersaxen beobachtet.
Amtsleiter Adrian Arquint erklärt gegenüber Tanja Egli von Radio Südostschweiz, was die Schwierigkeiten mit den Rudeln sind, ob es noch mehr Wölfe im Kanton gibt und wie sich die Rudel untereinander verstehen.
Herr Arquint, es gibt also ein weiteres Wolfsrudel in Graubünden?
Es sieht ganz danach aus. Es ist noch ausstehend, um was für Tiere es sich handelt. Wir warten die Ergebnisse der DNA-Proben ab. Wir haben zusätzliche Fotofallen aufgestellt und wir nehmen weitere Proben. Wichtig ist ebenfalls, dass man die Landwirtschaft darüber informiert. Es ist in einem Gebiet mit vielen Betrieben.
Das wäre das vierte Wolfsrudel. Es gibt auch Gerüchte über weitere Wildtiere, beispielsweise Luchse?
In Graubünden gibt es natürlich viele Wildtiere, von denen wir nichts wissen. Bei uns gibt es auch Luchse, im Prättigau haben wir Nachweise dafür. Wir haben auch vereinzelt Goldschakale, die immer wieder auftauchen. Sicher ist, dass man im ganzen Kantonsgebiet mit Wölfen rechnen kann.
Die letzte Meldung von einem neuen Rudel in Graubünden ist noch nicht lange her. Es gibt momentan immer wieder neue Wölfe. Täuscht der Eindruck?
Der Eindruck täuscht eigentlich nicht. Seit dem Jahr 2012 haben wir das Calandarudel. Letztes Jahr wurde ein zweites Rudel nachgewiesen, dieses Jahr ein Drittes. Je mehr Wölfe hier sind, insbesondere Weibchen, desto grösser ist die Möglichkeit, dass sich ein Rudel bildet. Wir kennen jedoch längst nicht alle Wölfe und Rudelbildungen, man muss mit noch weiteren rechnen.