Turbulenzen bei Ems-Chemie: Sparen um jeden Preis?
Zu Beginn der Woche hat die Ems-Chemie mitgeteilt, dass der Umsatz von Januar bis September um 9,3 Prozent auf 1,70 Milliarden Franken zurückgegangen ist. Nun berichtet der «Sonntagsblick» von strikten Sparmassnahmen im von SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher geführten Unternehmen, die offenbar zu Lasten von Arbeitsplätzen und der Infrastruktur gehen.
Ems-Chemie kämpft mit global gedämpfter Konsumfreude
Kostendruck und Stellenabbau
So heisst es im Artikel, dass die Produktion aufgrund zurückgehender Verkaufszahlen und eines Abbaus des Lagers massiv gedrosselt werde. Zudem seien Abteilungsleiter angewiesen worden, ihre Kosten auf das Niveau von vor vier Jahren zu reduzieren, um im Jahr 2023 trotzdem hohe Gewinne zu erzielen.
Die Sparpolitik des Unternehmens hat gemäss «Sonntagsblick» ausserdem bereits zu Personalmassnahmen geführt: Temporär Angestellte wurden nicht weiter beschäftigt, befristete Verträge nicht verlängert, und in einigen Fällen mussten Mitarbeitende zwangsversetzt werden, wie der «Sonntagsblick» schreibt. Die Ems-Chemie betont gegenüber der «Südostschweiz», dass durch diese Massnahmen Entlassungen von Festangestellten vermieden werden konnten.
Ein Insider äusserte gegenüber dem «Sonntagsblick», dass die geforderten Kostensenkungen in den meisten Abteilungen nicht ohne den Abbau von Arbeitsplätzen zu erreichen seien. Ein anonymer Kadermann führt zudem im Artikel aus, dass in den vergangenen Monaten ganz sicher über 30 Kündigungen bei den Festangestellten ausgesprochen worden seien – eine Zahl mit potenziell brisanten Folgen. Denn laut Arbeitsgesetz sind Grossunternehmen dazu verpflichtet, dem Kanton zu melden, wenn mehr als 30 Arbeitsverhältnisse durch Kündigungen beendet werden. Das Unternehmen dementiert diese Vorwürfe entschieden.