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Schweiz und Welt

Unter den Zürcher RAV wird keine Rangliste geführt

Linth-Zeitung
14.01.2019, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

von Thomas Marth

Wie gut die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) arbeiten, wird schweizweit einheitlich erhoben. 119 RAV gibt es, davon 16 im Kanton Zürich. Kantonsrat Walter Meier (EVP, Uster) wollte wissen, wie die Zürcher RAV im Vergleich untereinander dastehen und hat eine entsprechende Anfrage eingereicht. Der Ratspost lag die Antwort bei. Darin weist der Regierungsrat für alle Zürcher RAV zusammen einen Wirkungsindex von 104 für 2017 aus (105 waren es 2016, 104 waren es 2015). Das bedeutet, die Zürcher RAV arbeiten überdurchschnittlich gut. Denn für alle Schweizer RAV zusammen beträgt der Index in jedem Jahr jeweils 100.

Jedoch bestehen unter den 16 Zürcher RAV Unterschiede: Es gibt solche mit einem Index von 118, andere mit einem von 96. Somit erhält Kantonsrat Meier bestätigt, was ihm zu Ohren gekommen ist und ihn zu der Anfrage veranlasst hat. Welche RAV nun aber wie wirkungsvoll arbeiten – auf diesen Teil seiner Frage bekam er keine Antwort. Der Regierungsrat hat für seinen Bericht die RAV einfach durchnummeriert, ohne sie beim Namen zu nennen.

Konstante Unterschiede

Es ging darum, die Spannweite aufzuzeigen, sagt Irene Tschopp, Medienverantwortliche im Amt für Wirtschaft und Arbeit. Dies als Ausnahme. Bund und Kantone gäben jeweils nur die kantonalen Wirkungsergebnisse an. Für die Beurteilung der Leistung eines einzelnen RAV sei der Index nicht geeignet, da die Fallzahlen zu klein seien. Wenige Fälle könnten das Ergebnis stark beeinflussen.

Jedoch sind die Indexe zu jedem RAV, wie vom Fragesteller erwünscht, für die letzten drei Jahre aufgeführt. Und zumindest über diese Zeitspanne präsentieren sich die einzelnen RAV relativ konstant. Das heisst, es sind keine grösseren Ausschläge im Index nach oben oder unten sichtbar. Sie pendeln etwa zwischen 97 und 98 oder aber zwischen 122 und 115.

Vier Ziele

Erhoben wird der Index nach vier Wirkungszielen. An erste Stelle steht, wie schnell die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt gelingt (je weniger Taggelder die Arbeitslosen bis zur Abmeldung beim RAV im Durchschnitt beziehen, desto besser). Dieser Wert wird mit 50 Prozent im Index gewichtet. Zu 20 Prozent fliessen die Aspekte Langzeitarbeitslosigkeit und Aussteuerung ein (je tiefer hier die Prozentzahlen liegen, desto besser). Zu 10 Prozent wird gewichtet, wie viele sich erneut beim RAV anmelden (sind es wenige, hat das RAV wirkungsvoll gearbeitet).

Wie der regierungsrätlichen Antwort zu entnehmen ist, werden vom RAV nicht beeinflussbare Faktoren herausgerechnet. Dazu gehören etwa Eigenheiten des regionalen Arbeitsmarktes, Grenzgänger oder hoher Anteil Saisonarbeitende. Wie weit auch innerhalb des Kantons differenziert wird, ist im Bericht nicht festgehalten. Ebenso wenig, ob die Vermittlung in besser gestellten Regionen einfacher verläuft als in weniger privilegierten.

Fest steht, gut qualifiziert heisst nicht immer besser vermittelbar. Als neue Herausforderung erwähnt der Bericht die steigende Zahl Hochqualifizierter und über Fünfzigjähriger.

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