Umweltverbände wehren sich erneut gegen Elmer Beschneiung
In den Augen der Sportbahnen Elm geht es um nichts weniger als ihre Zukunft: Sie haben ihr Projekt für den Ausbau der Beschneiung kurzerhand «Futuro» getauft. Nun werden wohl einmal Gerichte darüber entscheiden. Die drei Umweltverbände WWF, Pro Natura und Birdlife haben gegen das Projekt Einsprache erhoben. Erste Instanz ist der Gemeinderat.
So weit war man schon im Sommer einmal. Bereits im Juni haben die Umweltverbände Einsprache gegen den Ausbau erhoben. Damals wollten es die Sportbahnen Elm offensichtlich nicht auf eine juristische Auseinandersetzung ankommen lassen. Sie zogen ihr Baugesuch zurück und präsentierten im September eine neue Version, die umweltverträglicher sei.
Die Umweltverbände konnten die Sportbahnen damit aber nicht umstimmen: «Für die Natur bringen die neuen Pläne keine Verbesserung, im Gegenteil», heisst es in einer Medienmitteilung des WWF von gestern. Das Projekt verstosse nach wie vor gegen rund 20 wichtige Gesetzesartikel aus dem Umweltrecht. Deshalb hätten die Umweltverbände nun wieder Einsprache erhoben.
Das falsche Wasser
Corina Geiger, die Geschäftsführerin des WWF Glarus, sagt: «Das Projekt hat gegenüber der ersten Version nicht gewonnen.» Als wichtigste Veränderung hatten die Sportbahnen den Verzicht auf den Wasserbezug im Steinibach und den Bau eines Speicherbeckens im Pleus präsentiert. Das sei zwar positiv für den Steinibach, sagt Geiger. Dafür werde nun einfach mehr Wasser aus dem Sernf bezogen und ins Skigebiet hinauf gepumpt. Damit werde das Problem verlagert.
Der Wasserbezug aus dem Sernf sei nämlich aus zwei Gründen problematisch, so Geiger. Einerseits werde die vorgeschriebene Restwassermenge im Sernf nicht eingehalten, was die Laichplätze der Bachforelle gefährde. Und andererseits enthalte das Wasser aus dem Sernf mehr Mineralien als das Wasser aus dem Steinibach. «Der höhere Mineralienanteil wird das Artenspektrum im beschneiten Gebiet verändern», sagt die WWF-Geschäftsführerin. Es seien Trockenwiesen und Moore betroffen. Aus ihnen könnten Pflanzen verschwinden, die einen mineralienarmen Boden bevorzugen.