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Schweiz & Welt

Trockenheit setzt dem Bündner Wald zu

Béla Zier
06.06.2019, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Auch wenn es in den vergangenen Wochen in Graubünden zu vielen Regenfällen gekommen ist, haben die Bündner Wälder die Folgen des Hitzesommers 2018 längst nicht überstanden. Erst kürzlich wurde bekannt, dass allein im Churer Wald 1000 Bäume der Trockenheit zum Opfer gefallen sind.

«In den tieferen Lagen ist der Bündner Wald stark gestresst», weiss Andreas Rigling. Der bekannte Waldforscher leitet die Abteilung Walddynamik an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Kürzlich hielt er in Davos ein Referat mit dem Titel «Wie viel Trockenheit ertragen unsere Wälder? Lehren aus extremen Trockenjahren.»

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Vor allem in den tieferen Lagen sind viele Bäume abgestorben.»Andreas Rigling, Waldforscher

Gefahr droht vom Borkenkäfer

Im Interview mit der «Südostschweiz» nennt Rigling die Auswirkungen der extremen letztjährigen Trockenheit auf den Bündner Forst. Vor allem in tieferen Lagen seien viele Bäume abgestorben, darunter auch zunehmend Weisstannen. «Es wird befürchtet, dass wegen des Borkenkäfers auch die Fichten in höheren Lagen in eine kritische Phase kommen», erklärt der Schweizer Waldexperte.

Auch der Schutzwald betroffen

Folgenreich war der heisse Sommer auch für die Schutzwälder. Rigling: «In den tieferen Lagen hat die Schutzfunktion vermutlich vielerorts gelitten.» Sollte es auch 2019 oder 2020 wieder einen so trockenen Sommer geben, dann würden die «negativen Effekte gross sein», prognostiziert der Waldforscher.

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