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Schweiz & Welt

Thusis und Jenins bleiben Schweizermeister

sladmin
21.05.2019, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Es ist bereits gut sechs Jahre her, seit Thusis und Jenins zusammen mit Rapperswil zum letzten Mal «falsch gelegen» haben. Am 3. März 2013 haben diese drei Gemeinden bei der Abstimmung zum «Bundesbeschluss über die Familienpolitik» anders gestimmt als die Gesamtschweiz. Dies zeigt eine Recherche des Nachrichtenportals «tagesanzeiger.ch», die vergangene Woche publiziert wurde. 

Bei den nationalen Abstimmung vom Sonntag stimmten die beiden Spitzenreiter jedoch erneut wie die Gesamtschweiz. Es ist für beide das 56. Mal in Folge. Thusis stimmte der Steuerreform mit 69,17 Prozent und der Änderung der Waffenrichtlinie mit 65,58 Prozent zu. Die Jeninser sagten mit 67,6 Prozent Ja zur Steuerreform und mit 50,53 Prozent Ja zur Änderung der Waffenrichtlinie.

Suche nach Gründen in Thusis ... 

Curdin Capaul, FDP-Gemeindeammann von Thusis, hat zusammen mit Gemeindekanzlist Räto Müller nach Gründen gesucht: «Wir sind ein Zentrumsort, das ist wahrscheinlich der Hauptgrund. Wir haben eine sehr durchmischte Bevölkerung und alle Parteien sind auf Gemeindeebene vertreten». Als weiterer Faktor vermutet Capaul, dass auch die Wirtschaft in Thusis sehr vielfältig sei: «Wir haben nicht nur Landwirtschaft, auch Industrie und Dienstleistung sind in Thusis zuhause.»

… und in Jenins

Auch Baseli Werth, der Jeninser Gemeindepräsident, ist überzeugt: «Die ausgewogene Durchmischung unserer Bevölkerung trägt mit Sicherheit dazu bei, dass wir bei dieser Tabelle vorne mitmischeln». In den letzten gut zwanzig Jahren habe Jenins einen gesunden Zuwachs an Neuzuzügern gehabt. Eigentlich müsste man das Abstimmungsverhalten untersuchen, sagt Werth – untermalt mit einem leichten Lächeln – am Telefon. «Die Schweiz ist in Jenins abgebildet, wir sind unbewusst staatstreu», fügt der CVP-Mann an.

Ob «ihre» beiden Gemeinden auch in der nächsten nationale Abstimmung mit der Gesamtschweiz stimmen werden, lassen beide Gemeinde-Oberhäupter offen. Sie schauen ab jetzt aber bestimmt genauer hin.

Am vergangenen Sonntag hat die Schweizer Bevölkerung über zwei nationale Vorlagen abgestimmt. Die «Umsetzung einer Änderung der EU-Waffenrichtlinie (Weiterentwicklung von Schengen)» wurde mit 63,7 Prozent und das «Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung (STAF)» mit 66,4 Prozent angenommen.

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