Wanderung gegen das WEF und für Klimagerechtigkeit
Die Demonstranten kritisieren dabei das World Economic Forum (WEF) in seiner Rolle gegenüber der Gesellschaft und werfen den Konzernen am WEF vor, dass diese aktuelle Krisen anfeuern und davon profitieren.
Die Wanderungen finden seit 2020 zu jedem WEF statt und konnten regelmässig hunderte Menschen aus verschiedensten Ländern mobilisieren. «Auch dieses Jahr erwarten wir wieder eine rege internationalen Beteiligung», so Anina Krähenbühl vom Organisationskollektiv. Weiter fügt sie an: «Wie aber auch schon die letzten Jahre dürfen wir auf kräftige lokale Unterstützung zählen. Das zeigt, dass das Thema nicht nur international bewegt, sondern auch jene Menschen, welche jährlich von den Einschränkungen durch das WEF betroffen sind oder sogar selber finanziell vom WEF profitieren». Start ist gemäss Internetseite um 10 Uhr beim Bahnhof Küblis. Die Ankunft in Klosters ist um etwa 16.30 Uhr geplant. Von dort aus geht es am Sonntag um 8 Uhr weiter in Richtung Wolfgang, wo ein Extrazug bereitsteht. Dieser werde etwa um 14 Uhr in Davos Platz eintreffen. Von dort aus stösst der Tross zur traditionellen WEF-Kundgebung der Juso Graubünden.
Die Wanderung wird auch von Events verschiedener Organisationen begleitet. So wird es vom Kollektiv «Debt for Climate» einen Anlass geben mit dem Ziel, lokale wie globale Umweltkämpfe zu beleuchten und Naturzerstörung im Zusammenhang mit Schulden genauer zu verstehen. Er findet am Samstagabend im Kulturschuppen Klosters um 20 Uhr statt.
«Neokoloniale Praktiken»
Als Gründe für die Wanderung führt Nico Bühler (Strike WEF) an, «Die Wandernden stören sich unter anderem an neokolonialen Praktiken vieler anwesender Unternehmen wie Nestle oder Glencore, welche sich mit ihren Geschäftspraktiken weltweit gegen lokale Gemeinschaften richten und deren Lebensgrundlagen zerstören. Viele WEF-Partner haben auch starke Verbindungen zu aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen. So der staatliche Ölkonzern von Aserbaidschan ‹Socar›, welcher die kriegerische Vertreibung in Bergkarabach unterstützt und finanziert. Oder auch der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, welcher seit Jahren einen blutigen Krieg im Jemen führt.