Schlechter Winter reisst ein Loch in die Kassen der Sportbahnen Elm und Braunwald
Nur gerade 13 Tage haben die Sportbahnen Braunwald den Sessellift im Bächital letzten Winter betreiben können. Jene in Elm standen ausgerechnet vor den Weihnachtsfeiertagen wegen Schneemangel drei Tage lang still. «Ein Winter zum Vergessen», sind sich die beiden Unternehmen in ihren Geschäftsberichten einig. Entsprechend sind die Zahlen. Ihre Erträge im Geschäftsjahr 2022/23 gingen um zusammengenommen 2 Millionen Franken zurück und entsprechend summieren sich ihre Verluste auf 1,8 Millionen Franken.
Politische Fragen zu beantworten
Philipp Lütolf, Wirtschaftsprofessor an der Hochschule Luzern, sieht keine Patentrezepte gegen das Problem der Glarner Sportbahnen mit dem Winter. Wenn Sportbahnen nicht mehr rentierten, sei es eine politische Frage, ob man sie zugunsten der Wertschöpfung in der Region öffentlich mitfinanzieren wolle, sagt er im Interview mit den «Glarner Nachrichten» .
Dass die Sportbahnen Elm mit ihrem Beschneiungsprojekt «Futuro», das sie selbst als überlebenswichtig bezeichnen, auf mehr Schneesicherheit setzen, sieht Lütolf positiv. Sommerangebote anderseits seien wichtig, sie könnten aber ein schwächelndes Wintergeschäft nicht leicht kompensieren. Und Braunwald würden mehr warme Betten gut tun, damit die Sportbahnen mit ihrer neuen Strategie auch mehr Gäste erreichten. Umso mehr, als die Glarner Skigebiete auch nicht zu den am besten erreichbaren gehörten.
Hier setzen die von der Standseilbahn abhängigen Braunwalder an und wollen einen Entscheid der Landsgemeinde. Nachdem der Regierungsrat sich gegen die von ihnen gewünschte Erschliessung durch eine Gondelbahn Linthal–Braunwald entschieden hat, sagt der Sportbahnen-Verwaltungsrat in seinem Geschäftsbericht offen, er sei die treibende Kraft hinter dem Memorialsantrag seines Verwaltungsratsmitglieds Toni Gisler, um diese Gondelbahn möglichst mit direktem Anschluss an die Sportbahnen doch noch zu erreichen.