So viele Selbstanzeigen wie noch nie
von Patrick Gut
Die Flut von Selbstanzeigen beim kantonalen Steueramt hielt 2018 an. Mit 7250 neuen Fällen wurde der bisherige Rekordwert aus dem Vorjahr (6200) gar noch einmal deutlich übertroffen. Damit hat sich 2018 etwa jeder 50. Steuerpflichtige im Kanton Zürich selber angezeigt.
Wie die Finanzdirektion mitteilt, ist die hohe Zahl auf den Automatischen Informationsaustausch (AIA) von Bankdaten zurückzuführen, der Anfang 2017 zwischen zahlreichen Ländern in Kraft getreten ist. Nachdeklariert wurden laut der Finanzdirektion vor allem in- und ausländische Bankguthaben und Wertschriftendepots sowie zahlreiche ausländische Liegenschaften. Wie schon im Vorjahr geht es häufig um vergleichsweise kleine Beträge. Teilweise seien diese aus Nichtwissen oder Nachlässigkeit nicht deklariert worden.
Wie hoch die Steuererträge ausfallen werden, welche die 7250 neuen Selbstanzeigen generieren, lässt sich im Moment noch nicht sagen. Dazu muss das Steueramt die Fälle zuerst bearbeiten.
98 Millionen Franken für Kanton und Gemeinden
Immerhin kann man Aussagen machen zu den 5000 Fällen, die das Steueramt im vergangenen Jahr erledigt hat. Sie brachten dem Kanton und den Gemeinden rund 98 Millionen Franken ein. Im vorangegangenen Jahr waren es noch 83 Millionen gewesen. Der Bund wiederum hat 24 Millionen Franken Nachsteuern eingenommen (Vorjahr: 21 Millionen).
Die Erträge basieren auf nachdeklarierten Einkommen von 260 Millionen Franken und Vermögen von nahezu 1,5 Milliarden Franken. Und es ist zu beachten: Bei einer Selbstanzeige werden jeweils Nachsteuern für die letzten zehn Jahre erhoben.
Nach wie vor ist die Zahl der Bagatellfälle hoch. So ist der durchschnittliche Ertrag für den Kanton und die Gemeinden 2018 weiter gesunken – auf 19 500 Franken. 2010 waren es noch 60 000 Franken gewesen. Allerdings wurden auch 2018 rund ein Dutzend Fälle erledigt, in denen die Steuerpflichtigen über eine Million Franken Nachsteuern bezahlen mussten.