So schützen sich Bündner Firmen vor Hackern
Cyberkriminelle drangen in das Netzwerk des Vergleichsdienstes comparis.ch ein, verschlüsselten Daten und verlangten 400'000 Dollar Lösegeld. Sogar an Kundendaten kam sie ran. Das Beispiel zeigt, wie wichtig der Schutz vor Cyberkriminalität ist, für Privatpersonen, aber vor allem für Unternehmen. Denn hier kann es sehr schnell um sehr viel Geld gehen. «Ein Cyberangriff kann jeden und jede treffen und man ist nie gänzlich davon geschützt», erklärt Christoph Scherer, Spezialdienst Cybercrime der Kantonspolizei Graubünden auf Anfrage von Radio Südostschweiz. Mit gewissen Vorsichtsmassnahmen könne das Risiko solcher Angriffe aber deutlich reduziert werden, betont der Sicherheitsexperte.
Wichtig ist laut Scherer, dass Unternehmen sich bereits im Vorfeld eines solchen Angriffs mit dem Thema auseinandersetzen und dass Verantwortlichkeiten und Abläufe definiert werden. Gemäss Scherer sollten Unternehmen beim Cyberschutz auf folgende Punkte achten: – regelmässige Sicherheitsupdates – Nutzung eines privaten Netzwerks – Installation von Virenschutz – regelmässiges Datensichern – Sensibilisierung von Mitarbeitern – Unterschriftsregelung bei Zahlungen – Zweifaktorenauthentifizierung bei Fernzugriffen
Gemäss Scherer können drei Arten von Hackerangriffen unterschieden werden: Betrug, Erpressung und Datenmissbrauch. In den meisten Fällen erleiden betroffene Unternehmen finanzielle Schäden bei Hackerangriffen, so Scherer. Es sei jedoch auch möglich, dass vertrauliche Informationen an die Öffentlichkeit geraten. Nebst dem finanziellen Verlust kann also auch ein grosser Reputationsschaden entstehen.
So schützen sich Bündner Unternehmen
Je nach Unternehmen kann eine Cyberattacke unterschiedliche Folgen haben. Für die Bonaduzer Hamilton wäre laut Thomas Candrian, Leiter der Informations- und Kommunikationstechnik, ein Produktionsausfall das schlimmste Szenario. «Wir tragen hier ein grosses Risiko, wenn wir beispielsweise keine Beatmungs- oder andere Geräte mehr produzieren können, stehen Leben auf dem Spiel. Daher unternehmen wir alles, was machbar und sinnvoll ist, um unsere Sicherheit hochzuhalten.»