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Schweiz & Welt

«Sie sind wie eine tickende Zeitbombe»

Südostschweiz
21.02.2019, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Ein Pistenpatrouilleur ist beim Lawinenunglück in Crans-Montana ums Leben gekommen. Zum Zeitpunkt des Unglücks befand er sich in einem Rettungseinsatz und half einer verletzten Person auf der Skipiste. Sein Arbeitskollege, die verletzte Person sowie ein vierter Wintersportler wurden ebenfalls von der Lawine erfasst, wie die Bergbahnen von Crans-Montana am Mittwoch mitteilten. Sie kamen aber mit leichten Verletzungen davon. Zwei von ihnen konnten das Spital wieder verlassen. Eine Person befand sich am Mittwoch weiter in ärztlicher Behandlung.

Ahnliche Situation in Graubünden

Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein. Grundsätzlich gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder hätten Schneesportler oberhalb der gesicherten Skipiste die Lawine ausgelöst, oder diese sei spontan abgegangen.

Ein Experte des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos ging in einer ersten Einschätzung von einer Gleitschneelawine aus. Bei solchen Rutschen gleitet die gesamte Schneedecke auf glattem Untergrund ab.

Eine ähnliche Lawinensituation herrscht auch im Kanton Graubünden, wie Thomas Stucki vom SLF gegenüber Radio Südostschweiz erklärt: «Wir haben auf der einen Seite an steilen Schattenhängen wenige Stelle, wo man Lawinen auslösen kann und auf der anderen Seite an steilen Südhängen sind Gleitschneelawinen möglich.»

Vorwürfe wurden nach dem Lawinenniedergang auch an die Bergbahnen und dementsprechend auch an die für die Sicherheit der Pisten zuständigen Personen laut. Radio Südostschweiz wollte deshalb von Vali Meier, Sprengmeister bei der Davos Klosters Bergbahnen AG wissen, wie schwierig es ist, die Gefahrenlage einzuschätzen und ob er Angst hat, dass irgendwann auch er beschuldigt wird, Fehler gemacht zu haben. (so/sda) 

 

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