Roland Goethe hängt drei Posten an den Nagel
Nur gerade eine Minute braucht Roland Goethe, um auf das Mail bezüglich der Interviewanfrage zu antworten. Selbstverständlich habe er Zeit. «Schliesslich arbeite ich nur noch 50 Prozent», wie er am Telefon schmunzelnd erzählt. In den letzten Tagen hat er gleich zwei seiner Herzensprojekte in neue Hände übergeben.
Roland Goethe hat seine Metallwarenfabrik an seinen Sohn Remo Goethe und Sven Bowald übergeben. Aus der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat der Goethe AG ist er ausgetreten. Zudem hat er am letzten Samstag sein Amt als Präsident des Arbeitgeberverbands Swissmechanic abgelegt. Dieser vertritt rund 1400 KMU der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie.
Am Samstag sind Sie als Swissmechanic-Präsident zurückgetreten. Wie schwer fiel Ihnen dieser Schritt?
Roland Goethe: Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich für zwei Amtszeiten Präsident bleibe, also acht Jahre lang. Für mich ist es wichtig, dass danach wieder jemand Neues kommt. Acht Jahre sind in dieser schnelllebigen Zeit genug.
Mit Nicola Tettamanti haben wir einen sehr guten Nachfolger gefunden. Deshalb ist es mir nicht schwergefallen, ich habe mich ja schon lange mit meinem Abschied befasst. Trotzdem war es an der Versammlung sehr emotional für mich. Ich habe mich immer mit viel Herzblut für den Verband eingesetzt.
Der Verband vertritt über 1400 KMU in der Schweiz. Sind Sie froh, dass Sie diese enorme Verantwortung jetzt nicht mehr tragen?
Als Präsident trägt man schon eine grosse Verantwortung und es war eine Herausforderung. Doch ich habe während der letzten acht Jahre viele Leute kennengelernt und neue Freunde gefunden, Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik getroffen. Nur schon, dass ich aus der kleinsten Sektion der Schweiz zum Präsidenten gewählt wurde, hat mich geehrt.