Die Katamaran-Bauer stechen bald in See
In der Werkstatt des Berufsbildungszentrums Pfäffikon (BBZP) geht es zu und her wie in einem Bienenhaus. Denn die Dritt-Lehrjahr-Metallbauer haben insgesamt nur eine Woche Zeit, um ihren Auftrag auszuführen: gruppenweise fünf Katamarane zusammenbauen, die sich mithilfe von Schaufelrädern vorwärtsbewegen. Diese werden ausschliesslich durch Muskelkraft angetrieben.
Zum Einsatz kommen bei dieser Arbeit vorwiegend Stahl, Chromstahl, Aluminium, aber auch Glas, Holz und Kunststoff. Grundlage dafür sind massstabgetreue CAD-Zeichnungen, die die Lernenden vorgängig mithilfe eines Computerprogramms selbst erstellt haben. Jetzt, während der Umsetzung, zeigt sich, ob die Pläne etwas taugen.
Eben haben die Mitglieder der einen Gruppe festgestellt, dass sie das Ruder etwas nach hinten versetzen müssen, weil es sich sonst nicht bedienen lässt. Eine andere Gruppe hat kurzfristig beschlossen, an den Stühlen zusätzlich Haltegriffe anzubringen, damit die Piloten beim Trampen mehr Kraft auf die Schaufelräder bringen. «Solche spontanen Anpassungen sind ganz normal und gehören dazu», sagt Hansjörg Naef, Leiter überbetriebliche Kurse. «Damit einhergehen wichtige Erkenntnisse für die angehenden Berufsleute und fördert das Umdenken und die Flexibilität.»
Teamwork statt Einzelkämpfertum
Handwerkliches Geschick ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung des Projekts. Es sei toll, dass jeder seine Stärken einbringen könne, von denen dann die ganze Gruppe profitiere, sagt der Glarner Metallbau-Lernende Cyril Steinmann. Während dem einen Lernenden beispielsweise das Schweissen besonders liegt, lebt ein anderer sein Talent beim Montieren aus. Gleichzeitig können die Jugendlichen voneinander lernen und so bestimmte Fähigkeiten verbessern.