Pontresina hebt die «Ausländerquote» auf
Mit 42:2 Stimmen sprachen sich die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung von Pontresina am Mittwochabend für die Aufhebung der sogenannten Ausländerquote aus. Damit wird sie von 33 auf 100 Prozent angepasst, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt. Das heisst, dass im Rahmen der dem Kanton Graubünden zustehenden Quote von 290 Bewilligungen pro Jahr grundsätzlich alle Zweitwohnungen in Gesamtüberbauungen auch an Personen aus dem Ausland verkauft werden können.
«Für uns macht es keinen Unterschied, ob beispielsweise ein Mailänder oder ein Zürcher eine Wohnung kauft», sagt Gemeindepräsident Martin Aebli auf Anfrage. Am Ende müsse aber immer noch der Kanton den Verkauf bewilligen und auch die Flächengrösse der gekauften Wohnung sei gesetzlich eingeschränkt. Mit der Anpassung von 33 auf 100 Prozent könnte ein Ausländer aber nun beispielsweise im Schnitt alle drei Wohnungen in einem Gebäudekomplex kaufen, anstatt nur noch eine, wenn es nach der Gemeinde geht.
In den vergangenen fünf Jahren seien in Pontresina durch das Grundbuchinspektorat 27 Bewilligungen vergeben worden, heisst es in der Mitteilung weiter. Mit dem Entscheid folgt Pontresina fünf anderen Gemeinden in der Region Maloja, welche die Ausländerquote diesbezüglich in den letzten zwei Jahren geändert oder gelockert haben. Die Regelungen für Einzelobjekte und Wohnungen aus zweiter Hand bleiben in Pontresina hingegen unverändert. Ein Direktverkauf von Einzelobjekten von Schweizer Veräusserer war bereits zuvor möglich. Ebenso Wohnungsverkäufe von Ausländern an Ausländern.
Gemeinde im Plus statt im Minus
Ausserdem genehmigten die Besucher der Gemeindeversammlung die Jahresrechnung der Gemeinde. Statt einem Minus von mehr als einer Million Franken, schloss diese mit einem Gewinn von über 1000 Franken ab, wie es heisst. Auf der Ausgabenseite berücksichtig ist eine Einlage von rund 1,23 Millionen Franken in eine Vorfinanzierung für den vorgesehenen Ersatzneubau der Jugendherberge.