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Schweiz & Welt

Politiker fordern Antworten zu «Querelen» am Spital Linth

Urs Schnider
28.11.2019, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Vier Kantonsräte machen sich Sorgen wegen des Abgangs des Orthopädie-Teams beim Spital Linth Uznach. Die vier Ärzte wechseln in die private Rosenklinik in Rapperswil-Jona, wie die «Linth-Zeitung» am Wochenende berichtete. Dazu wollen die Politiker nun Antworten von der Regierung. Nicht zuletzt, weil das Branchenportal «medinside.ch» spekulierte, der Abgang könnte in einem Zusammenhang mit der kürzlich präsentierten Spitalstrategie stehen, die derzeit in Vernehmlassung ist. Alarmierend sei zudem, so die Interpellanten, dass es am Spital Linth bereits zuvor zu «gewichtigen personellen Schwierigkeiten» gekommen sei. Das wurde jedoch von Urs Graf, dem CEO des Spitals Linth, gegenüber dieser Zeitung dementiert: Es sei ein normaler Vorgang, dass Ärzte in den privaten Sektor wechseln würden, so Graf zu den Abgängen.

Zusammenhang mit Strategie?

Nichtsdestotrotz richten die vier CVP-Kantonsräte Mathias Müller, Lichtensteig, Thomas Warzinek, Mels, Michael Schöbi, Altstätten und Mitunterzeichner Sandro Hess, Balgach, verschiedene Fragen an die Regierung. Es sei wichtig, dass vor Ablauf der Vernehmlassung zur Spitalstrategie «4plus5» Ende Dezember Klarheit herrsche bezüglich der Ausgangslage am Spital Linth. Sie wollen etwa wissen, wie sich die Regierung zu den Abgängen am Spital Linth stelle; wie hoch die Fluktuation dort generell sei oder auch, wie die Orthopädie-Klinik künftig organisiert werde. Es werde nämlich gemunkelt, dass diese im Zusammenhang mit der neuen Spitalstrategie nach St. Gallen verlegt werden soll. Dieser Zusammenhang entspringt ebenso der Spekulation von «medinside.ch» wie auch die Gründe für den Abgang der Ärzte. Trotzdem wollen die vier Kantonsräte wissen, was das aktuelle Geschehen für die Spitalstrategie bedeutet.

Lakers-Sponsoring wird kritisiert

Weiter stören sich die Interpellanten daran, dass das Spital Linth den Eishockeyclub SC Rapperswil-Jona Lakers sponsert. Vor dem Hintergrund der finanziellen Schieflage der Spitäler und geplanten Schliessungen stelle sich die Frage, ob öffentliche Spitäler ein solches Sponsoring übernehmen sollen. «Ist dieses Verhalten sensibel und angebracht in einer Zeit, in der andere Spitäler gegen die Schliessung kämpfen?», wollen die vier Kantonsräte von der Regierung ebenfalls wissen. Die Interpellanten wohnen alle in der Umgebung der von der Schliessung bedrohten Spitäler Wattwil, Walenstadt und Altstätten.

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