Technische Helfer für Seniorinnen und Senioren gesucht
von Swantje Kammerecker
«Wir leben länger. Die Themen und Bedürfnisse des Alters werden wichtiger. Zugleich wird die Gesellschaft digitaler. Technik und Künstliche Intelligenz bestimmen zunehmend den Alltag», sagt Silvio Biaggi. Beides zusammenzubringen, sehe er als Chance und Herausforderung. «Hier gibt es noch viel zu tun.» Er und sein Projektpartner Ivan Büchi haben daher 2021 margerite.ch lanciert: Das Unternehmen versteht sich als Plattform, welches Unternehmen sichtbar macht, die hilfreiche technische und digitale Lösungen für Seniorinnen und Senioren entwickeln.
Inspiriert wurden die beiden auch durch die «AgeTech-Konferenz» im deutschen Chemnitz im Oktober 2022. «Da ging es schon sehr dynamisch und aufregend zu. Es gab viele spannende Ideen und Ansätze, aus denen sich Start-ups gebildet haben», erzählt Ivan Büchi, der in Chemnitz dabei war. Die Schweiz hat nicht dieselben Dimensionen wie Deutschland, aber es gebe einige Unternehmen, welche sich dieser Zielgruppe widmen würden.
Anwenderfreundlichkeit ist Pflicht
Silvio Biaggi und Ivan Büchi tragen auf ihrer Website margerite.ch entsprechende Angebote zusammen: So etwa die App «myCough», welche zum Beispiel Atemwegserkrankten zusätzliche Sicherheit vermittelt, indem die App während des Schlafens das Husten überwacht. Oder das Alarmierungssystem «siima», das per Monitoring des häuslichen Stromverbrauchs Gefahrensituationen erkennt und Alarm auslösen kann. «Doch ebenso wichtig wie diese technischen Lösungen ist ein offener Austausch zu diesem Thema. Das löst Emotionen aus», so Büchi. «Es gibt etwa Ängste, ob man jetzt 24 Stunden überwacht werde. Und sehr viel hängt von der Anwenderfreundlichkeit neuer Angebote ab, denn diese sollen ja die Selbstständigkeit und Lebensqualität fördern, anstatt zu belasten oder zu stressen.»