Weisse Arena ist zurück in der «vorpandemischen Realität»
Die Zeiten der zahlenmässigen Superlative wie in den Pandemiesommern 2020 und 2021 scheinen definitiv vorbei, Weisse-Arena-CEO Markus Wolf räumt es schon zu Beginn des eben publizierten Geschäftsberichts 2022/23 des Laaxer Unternehmens ein: «Wir sind wieder in der vorpandemischen Realität angekommen.» Sprich: Im vergangenen Sommer musste ein deutlich schwächeres Geschäft am Berg hingenommen werden als in den beiden Vorjahren. Die Zahl der Ersteintritte ging letztlich insgesamt um 123'000 zurück auf rund 1,02 Millionen, jene der Logiernächte um knapp 36'000 auf gut 114'000. Vorerst, so Wolf zu den Gründen, scheine es sich um einen anhaltenden Trend zur «nachpandemischen Fernreisefreudigkeit» zu handeln.
Ein Tag am Berg entspricht einer 100-Kilometer-Fahrt im Elektroauto
Unruhe in den Winterstart habe dann die mögliche Energiemangellage gebracht, wobei es der Branche «einmal mehr» sehr gut gelungen sei, sich «politisch und kommunikativ gut zu positionieren und den potenziellen Schaden in Grenzen zu halten», sei es doch wichtig gewesen, die technische Beschneiung nicht als «unnötigen Stromfresser» darzustellen. Allerdings folgte dann der laut Wolf schneeärmste Winter seit Beginn der Messungen in Laax. Die Folge: Während des ganzen Winters mindestens 120 Pistenkilometer «in sehr guter Qualität zur Verfügung zu stellen», war nur «mit äusserstem Einsatz» von Wasser, Treibstoff, Arbeitsstunden und eben Energie möglich.
Der Strombezug stieg folglich um drei Prozent auf gut 15 Gigawattstunden an. Allerdings bewegte sich der Gesamtenergieverbrauch der Weisse Arena Gruppe, also inklusive fossiler Energien und Treibstoffe, mit rund 29 Gigawattstunden trotzdem um 2,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der ermittelte Energieeinsatz für einen Tag am Berg sank um knapp zwei Prozent auf 19 Kilowattstunden pro Ersteintritt. Das entspricht laut Weisse Arena ungefähr einer 100-Kilometer-Fahrt mit dem Elektroauto.
Deutlich stärker zugenommen hat demgegenüber im Winter 2022/23 der Wasserbedarf für die Beschneiung: Mit rund 711'000 Kubikmetern waren es etwa 25 Prozent mehr als im Fünfjahresschnitt.