Parolini wehrt sich gegen Kritik
Die romanische Einheitssprache Rumantsch Grischun hat es nicht geschafft, «eine Brücke zwischen den Idiomen zu bauen». Dieses Fazit zieht eine Studie des Zentrums für Demokratie Aarau, verfasst im Auftrag des Bundes. Der Kanton Graubünden, dem die Hauptverantwortung für die Erhaltung der rätoromanischen und italienischen Sprache in Graubünden zukommt, nimmt der Studie zufolge die Verantwortung nur «zögerlich» wahr.
Die Bündner Regierung kann mit der Kritik wenig anfangen. Das machte gestern Regierungspräsident Jon Domenic Parolini am monatlichen Treffen mit den Bündner Medien klar. Er wehre sich insbesondere gegen die Behauptung, Rumantsch Grischun sei als Gesamtprojekt für die Rumantschia gescheitert, so Parolini. Als Alphabetisierungssprache habe Rumantsch Grischun an Stellenwert zwar eingebüsst, weil die einstigen Pioniergemeinden zurück zum Idiom wollten, räumte er ein. Das plant auch die Gemeinde Surses. Rumantsch Grischun habe aber, so Parolini, «nicht Schiffbruch erlitten», wie er sagte. Das wäre eine «Überinterpretation».
Graubünden bildet gute Lehrer aus
Weiter wehrte sich Parolini gestern auch gegen Vorwürfe an der Pädagogischen Hochschule Graubünden. Diese bilde «sehr gute Lehrer aus», so Parolini. Überhaupt sei die Hauptaufgabe der Schule auch nicht die Sprachbildung, sondern die methodisch-pädagogische Ausbildung generell.