Zum Hauptinhalt springen
Schweiz & Welt

Noch ist der Kindergarten freiwillig

Südostschweiz
22.09.2019, 10:37 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

«Wir fordern drei Punkte, die den Kindergarten in Graubünden den andern Stufen der Volksschule gleich stellen», sagt Legr-Präsidentin Sandra Locher Benguerel. Zwar gehört der Kindergarten in Graubünden mit der Totalrevision des Schulgesetzes seit 2013 formell zur Volksschule. Im Gesetz wurde er den anderen Stufen jedoch nur teilweise gleichgestellt.

Die Einführung eines Obligatoriums ist laut Legr-Präsidentin Locher Benguerel zwar nur eine formelle Sache, weil 99,5 Prozent aller Bündner Kinder den Kindergarten besucht. Dennoch beantragt die Geschäftsleitung des Legr, mit den anderen Kantonen gleichzuziehen. Das Anliegen wird nun dem Kanton vorgelegt, so dass die Regierung dies mit der Teilrevision des Schulgesetzes dem Grossen Rat vorschlagen könnte. Die mögliche Umsetzung kann einige Jahre dauern. Finanzielle Auswirkungen hätte diese Anpassung laut Locher Benguerel keine.

https://www.facebook.com/Lehrpersonen.GR/photos/a.110566362398934/2223177534471129/?type=3

Auch zwei weitere Forderungen werden dem Kanton überreicht: Einerseits das Zugeständnis, dass die Lehrpersonen im Kindergarten auch eine Klasse zu leiten haben, und andererseits, dass die Arbeitszeit der Kindergartenlehrerinnen in 45-Minuten-Lektionen anstatt in Stunden ausgewiesen werden sollen. Weiter sollen die Kindergartenlehrer künftig gleich viele Lektionen unterrichten wie die der anderen Stufen.

Auch in Sachen Entlöhnung möchte der Legr eine Vereinheitlichung. Dazu reichte er vor zwei Jahren eine Diskriminierungsklage ein, die den schweizweit tiefsten Lehrberufslohn aufgrund des Geschlechtes in den Fokus nahm. Da diese Klage noch am Verwaltungsgericht hängig ist, wurde der Lohn aktuell nicht in die politischen Forderungen aufgenommen. (phw)

Mehr zum Thema: Politik, Chur, Kanton Graubünden
Noch ist der Kindergarten freiwillig | Südostschweiz