Neue Beweismittel gegen Pierin Vincenz aufgetaucht
Der Bündner Pierin Vincenz verliess die Raiffeisenbank im Herbst 2015. Er hatte mit einer lukrativen Beteiligung der KMU-Finanzierungsfirma «Investnet» vorgesorgt. Zudem wurde seine Frau Nadja Ceregato als Chefin der Rechtsabteilung Mitglied der Raiffeisen-Geschäftsleitung. Dadurch hatte sie Zugang zu zahlreichen Informationen. Dies schreibt die «Sonntagszeitung» ihrer aktuellen Ausgabe.
Am 1. November 2017 erfuhr Vincenz vom Verfahren gegen ihn. Wie es weiter heisst, solle es dann zur Verletzung des Geschäftsgeheimnisses durch Nadja Ceregato gekommen sein. Inzwischen habe die Staatsanwaltschaft die Handydaten der Beteiligten auswerten können. Man sei zuversichtlich, dass man die Geheimnisverletzung beweisen könne.
10'000 Franken für ein Blatt Papier
Auch Vincenz' Spesenbezüge seien legendär. Wie die «Sonntagszeitung» weiter schreibt, wurden in mindestens einem Fall gut 10'000 Franken Spesen ausbezahlt – allein aufgrund eines A4-Blatts, auf dem der Hinweis «Spesen» vermerkt war. Abgerechnet sollen unter anderem Besuche in einem Striplokal in Zürich worden sein.
Gemäss der Staatsanwaltschaft werden derzeit die letzten Einvernahmen im Fall Investnet durchgeführt. Die Befragungen zu anderen Firmenkäufen würden sich bis in den Januar hinziehen. Sind diese abgeschlossen, können die Verteidiger zusätzliche Beweisaufnahmen und Befragungen beantragen. Man gehe davon aus, dass in einem Jahr die Anklage steht, heisst es weiter.