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Schweiz & Welt

Mond mit speziellem Teleskop erforscht

Südostschweiz
14.07.2019, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

von Antoinette Lüchinger

Bald jährt sich die spektakuläre erste Mondlandung mit Apollo 11 und den Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins zum 50. Mal. Mit dieser Mission gewannen die Amerikaner am 21. Juli 1969 den Wettlauf zum Mond gegen die Sowjetunion. In den folgenden drei Jahren gelangen mit dem Apollo-Programm dann weitere fünf bemannte Landungen.

Seit 1972 hat niemand mehr den Mond betreten. Noch immer birgt er viele Geheimnisse.

Am vergangenen Montag ging laut HSR-Professor Andreas Müller, Bereich Mathematik, die Sonne genau über dem Landeplatz der Apollo 11 auf. Dieser befindet sich in der Nähe des Mondäquators im Meer der Ruhe. Die HSR lud deshalb auf vergangenen Dienstagabend (Verschiebungsdatum wegen Schlechtwetter) zur Betrachtung des Mondlandeplatzes mittels Teleskop ein.

Spezielles Teleskop

Das auf dem Campus aufgestellte Schmidt-Cassegrain-Teleskop mit einer Brennweite von 3910 Millimetern und 841-facher Vergrösserung bündle das Licht mittels sphärischem Hauptspiegel, erfuhren die interessierten Studenten von Müller. Ein eingebauter Fangspiegel wirft das Licht zum Okular zurück. Das Bild präsentiert sich somit spiegelverkehrt.

Tatsächlich erkannte man auf der Mondoberfläche Krater und sonstige Vertiefungen und in etwa den Apollo-11-Landeplatz. Müller nutzt das besagte Teleskop aber auch für ein Software-Projekt zur Entwicklung neuer mathematischer Methoden für die Astrofotografie.

Der Mond und sein Einfluss

Der Mond bewegt die Menschheit seit Urzeiten. Er hat grossen Einfluss auf die Natur und das Klima der Erde. Seine Gravitationskräfte bewirken die Gezeiten Ebbe und Flut. Nachts leuchtet er je nach Mondphasen gut oder kaum sichtbar am Himmel. In knapp 28 Tagen umkreist er die Erde in einem durchschnittlichen Abstand von 384 400 Kilometern. Wenn es den Mond nicht gäbe, berichtete NTV in einer Sendung, würde sich die Erdkugel dreimal schneller um ihre eigene Achse drehen. Der Mond bremse mit seiner Anziehungskraft die Erdrotation. Sonst würden fürchterliche Orkane über die Erde hinwegfegen.

Im Gegensatz zur Erde gibt es auf dem Mond keine Atmosphäre. Seine Oberfläche ist rau, staubig und von Kratern übersät. Es herrschen Temperaturen von minus 160 Grad Celsius bis plus 130.

Anfang dieses Jahres haben die Chinesen eine Sonde auf dem Mond gelandet und mittels Rover Proben gesammelt. Auch Russland und Amerika planen Mond-Missionen.

Warum besteht ein solch grosses Interesse am Mond? Müller kommentierte das Geschehen folgendermassen: «Der Mond ist eine sinnvolle Zwischenstation auf dem Weg zum Mars.» Ausserdem werde nach verwertbaren Rohstoffen geforscht. Im Laufe des Abends stand Müller noch vielen Fragen Red und Antwort.

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