Achtlos weggeworfen, wird Abfall zur Todesfalle für Tiere
Entsetzen, Aufrufe und Hass breiteten sich aus aufgrund eines Facebook-Posts, in dem ein totes Rehkitz zu sehen war. Viele zeigten grosses Unverständnis dafür, dass Menschen ihren Abfall aus dem Auto werfen oder es beim Wandern liegen lassen. Dennoch muss es diese ja geben, denn sonst würden solche Bilder nicht entstehen.
Ein Blick auf den Kanton Graubünden zeigt, dass das sogenannte Littering, also das achtlose Wegwerfen von Abfall besonders in der Landwirtschaft problematisch ist. Gemäss Thomas Roffler, Präsident des Bündner Bauernverbands ist es vor allem entlang der viel befahrenen Strassen sehr ausgeprägt. «Die Landwirte sehen den Abfall im hohen Gras nicht. Für die Tiere ist es dann kritisch, wenn der Abfall von Mähern zerstückelt wird und anschliessend ins Futter gelangt.» Dies könne bei den Wiederkäuern innerliche Verletzungen und Entzündungen verursachen und im schlimmsten Fall sogar tödlich enden, erklärt Roffler weiter. Eine solche Verletzung komme meistens auch schleichend und sei für die Landwirte schwierig, festzustellen.
Das Littering ist jedoch nicht nur ein Sorgenkind neben den Strassen, sondern komme auch auf Wander- und Alpwegen vor, so Roffler. Beispielsweise liessen Menschen auf Wanderungen Essensreste zurück, mit dem Gedanken, dass es verderben würde. Diese seien jedoch aufgrund der entstehenden Bakterien ebenfalls schädlich für die Tiere. Aus diesem Grund ist es für Ruffler wichtig, dass weiterhin in die Prävention investiert werde. «Wir haben sicherlich noch Bedarf und können noch mehr Abfallstellen und Hinweisschilder aufstellen». Ausserdem sollte man auch die Kinder in den Schulen auf die Problematik aufmerksam machen, fügt Roffler an.
Zurück zum Ausgangspunkt, dem toten Rehkitz und der Aludose. Nicht nur landwirtschaftlich genützte Tiere sind dem Littering ausgesetzt, sondern auch Wildtiere. Auch sie überqueren Strassen und leben dort, wo Wanderwege durchführen. Adrian Arquint, dem Bündner Jagdinspektor sind jedoch nicht viele solcher Fälle bekannt. Man müsse jedoch auch berücksichtigen, dass die Übersicht im Vergleich zu gehaltenen Tieren sehr schwierig sei. «Wir erhalten grundsätzlich nicht viele Meldungen, wir sehen jedoch auch bei weitem nicht alles und kennen auch die Todesursachen der Tiere nicht immer». Meldungen und Zwischenfälle gebe es aber im Vergleich häufiger aufgrund von herumliegenden Zäunen, in denen sich Tiere beispielsweise mit den Geweihen verfangen. Dort sei die Wildhut bemüht, die Landwirte darauf aufmerksam zu machen, die Zäune zu entfernen. (can)