Lasst das Wild in Ruhe!
Nach mehreren Tagen mit Schneefall liegt gegenwärtig in Nordbünden ausserordentlich viel Schnee. Dieser schränkt die Bewegungsfreiheit der Wildtiere massiv ein und erschwert die Futtersuche. Die kantonale Wildhut und die Hegeorganisation des Bündner Kantonalen Patentjägerverbandes (BKPJV) beobachten die betroffenen Winterlebensräume der Tiere genau.
Im Unterschied zum vergangenen Jahr sind die Wildtiere nach einem optimal verlaufenen Herbst mit reichlichem Futterangebot in guter Kondition in den Winter gestartet. Entscheidend für ihr Überleben ist nun, dass sie möglichst wenig Energie verbrauchen und auf diese Weise mit sehr wenig Futter auskommen können. Sie brauchen jetzt vor allem Ruhe und sie sollten in ihren natürlichen Winterlebensräumen bleiben. Deshalb ist es ausserordentlich wichtig, dass sie nicht gestört werden.
Das Amt für Jagd und Fischerei bittet die Bevölkerung und Schneesportler
Für den Fall, dass sich die Situation weiter verschärfen sollte, werden weitere Massnahmen wie wie Betretungsverbote sowie das Fällen von einzelnen Bäumen als Futterangebot oder das Anbieten von Heu direkt in den Lebensräumen gezielt eingeleitet, um den Winterlebensraum zusätzlich zu beruhigen. Je nach Entwicklung der Wetterverhältnisse und Verhalten der Wildtiere können diese Massnahmen durch den Kanton unverzüglich angeordnet werden.
Fütterungen der Tiere durch Privatpersonen oder Landwirte sind nicht angezeigt. Im Gegenteil: Futterangebote locken die Tiere aus ihren Winterlebensräumen. Dabei verschwenden sie mehr Energie, als sie durch das Futter wiederaufnehmen können. Gleichzeitig bringen sich die Tiere auf dem Weg zu den Futterangeboten auf Strassen und Bahnanlagen in grosse Gefahr. (so)