Konkurrenz zwischen einheimischer und ausserkantonaler Genossenschaft
Im Quartier Seglias in Sils Maria soll auf zwei gemeindeeigenen Parzellen bezahlbarer Wohnraum für die einheimische Bevölkerung entstehen. Das hat der Gemeindevorstand als Sofortmassnahme neben der erlassenen Planungszone und der geplanten Baugesetzesrevision gegen das knappe Wohnungsangebot für Ortsansässige beschlossen. Der Gemeindevorstand entschied sich für das Modell des gemeinnützigen Wohnungsbaus. Er bietet eine Lösung, die einer gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft die Bebauung der beiden Parzellen zu günstigen Konditionen für 70 Jahre im Baurecht überlässt. Der Gemeindevorstand beauftragte die gewerkschaftliche Wohn- und Baugenossenschaft Gewobag aus Zürich, eine Projektidee zu entwickeln und an der Gemeindeversammlung vom 1. Juli dieses Jahres vorzustellen. Dass der Auftrag für eine Projektidee exklusiv an einen ausserkantonalen Wohnungsbauträger vergeben wurde, sorgte für Unmut in der Gemeinde. Daraufhin schrieb der Gemeindevorstand einen Projektwettbewerb öffentlich aus.
Das war die Geburtsstunde der neuen gemeinnützigen Silser Wohnbaugenossenschaft «Cooperativa Lagrev». Ihr Ziel lautet, eine alternative Projektidee gegenüberzustellen, die von Silserinnen und Silsern erarbeitet wurde. Die Gründungsmitglieder setzen sich aktuell aus Ein- und Zweitheimischen sowie Unternehmern und Gewerbetreibenden mit Silser Wurzeln zusammen. Zweck der neuen Wohnbaugenossenschaft ist, das knappe Angebot an bezahlbaren Wohnungen für Einheimische und vor allem für junge Familien mit schulpflichtigen Kindern auszubauen. Damit wollen ihre Mitglieder laut eigenen Informationen «zu einer nachhaltigen Entwicklung, dem Erhalt der romanischen Sprache und zu einer lebendigen attraktiven Gemeinde» beitragen.