Kommt am Freitag die Maskenpflicht?
In der Schule, in der Familie, am Arbeitsplatz: An diesen Orten stecken sich die Menschen in Graubünden mit dem Coronavirus am meisten an, wie die Regierung am Medientreffen am Dienstag mitteilte. Gesundheitsdirektor Peter Peyer betonte ausserdem, dass die Ansteckungen nunmehr nicht mehr nur auf einzelne Anlässe zurückzuführen seien, sondern flächendeckend zu beobachten seien. «Wir haben einen permanenten Anstieg und können nicht mehr überall die Gründe für die Ansteckungen eruieren.»
Derzeit befinden sich 613 Personen in Quarantäne, 154 in Isolation und drei Personen im Spital, davon eine auf der Intensivstation. Damit habe man den kritischen Schwellenwert erreicht, so Peyer weiter. Gemäss entsprechendes Konzeptes zur Eventualplanung einer zweiten Welle sind diese Werte definiert.
Man hat mögliche Massnahmen im Regierungsrat und mit den betroffenen Departementen bereits diskutiert, wie Peyer weiter sagte. «Wir müssen Massnahmen beschliessen, die alle Bereiche des Lebens abdecken können.» Wie diese konkret aussehen, will die Regierung erst am Freitag kommunizieren.
Am Anschlag beim Contact Tracing
Letzten Donnerstag seien die Bündner Contact Tracer nicht mehr in der Lage gewesen, alle gemeldeten Fälle zu kontaktieren. Man habe deshalb so schnell wie möglich zusätzliche Leute aufgeboten, sagt Peyer. Seit gestern ist auch der Zivilschutz wieder im Einsatz. «Wir können das Contact Tracing auf diesem Niveau weiterführen, wenn wir die nötigen personellen Ressourcen haben.»
Die Telefondrähte laufen wieder heiss
Abstriche beim Contact Tracing will Peyer nicht machen. Er verwies beim Medientreffen auf einen Artikel der Sonntagszeitung, wonach der Kanton Zürich dazu übergangen ist, den infizierten Personen das Informieren ihrer Kontakte selbst zu überlassen. «Das ist nicht sehr konsequent, wir möchten das nicht machen.» (jas)