Zum Hauptinhalt springen
Schweiz & Welt

Komitee setzt sich gegen «dubiose Multis» ein

Südostschweiz
10.06.2019, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Glencore vergifte Flüsse im Kongo und die Luft in Sambia. Der Basler Konzern Syngenta verkaufe tödliche Pestizide, die hier schon lange verboten seien, und Schweizer Goldraffinerien würden Rohgold aus Kinderarbeit kaufen. Immer wieder würden Konzerne mit Sitz in der Schweiz die Menschenrechte verletzen und minimale Umweltstandards ignorieren. Die Konzernverantwortungsinitiative will verhindern, dass weiterhin Menschenleben zerstört und die Umwelt vergiftet werden. Konkret sollen Konzerne mit Sitz in der Schweiz verpflichtet werden Menschenrechte und Umweltstandards einzuhalten. «Damit sich auch dubiose Multis an das neue Gesetz halten, müssen Verstösse Konsequenzen haben», so die Initianten. Konzerne sollen deshalb künftig dafür haften. 

Erste Standaktion in Glarus

Vergangene Woche wurde in Glarus ein lokales Unterstützungskomitee für die Konzernverantwortungsinitiative gegründet. Lisa Sulzer vom Komitee sagt: «Wir finden es wichtig, dass wir uns auch in Glarus mit diesem wichtigen Anliegen befassen. Darum haben wir ein Komitee gegründet.» Vor einer Woche führten Mitglieder vom Lokalkomitee Glarus eine erste Standaktion vor der Markthalle in Glarus durch und sprachen mit der Bevölkerung über die Initiative. «Die Rückmeldungen stimmen mich sehr positiv», so Sulzer. Für viele sei es selbstverständlich, dass Konzerne dafür geradestehen sollen, wenn sie das Trinkwasser vergiften oder Menschen mit Gewalt vertreiben.

Laut Mitteilung würde ein aktueller Fall der Initiative zusätzlich Aufwind geben: Interholco, ein Konzern aus Baar ZG, steht in der Kritik, nachdem bekannt wurde, dass er im Kongo intakten Regenwald abholzt und so den vom Aussterben bedrohten Flachlandgorilla gefährdet. In den nächsten Wochen und Monaten will sich die Gruppe weiter engagieren.

Mehr zum Thema: Politik, Gemeinde Glarus, Schweiz
Komitee setzt sich gegen «dubiose Multis» ein | Südostschweiz