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Schweiz & Welt

Klosters muss Auerhuhn ausweichen

Béla Zier
06.09.2019, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Der Velotourismus in Graubünden boomt auch wegen steigender Beliebtheit von E-Fahrrädern. Ohne die passende Infrastruktur kann daran aber nicht partizipiert werden. So werden sich insbesondere Familien mit ihren Kindern davor hüten, auf der Kantonsstrasse zwischen Klosters und Davos zu pedalen, weil es dort aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und fehlender Radstreifen zu gefährlich ist. Eine Ausweichroute gibt es keine, es sei denn, man verlädt sein Zweirad auf die Rhätische Bahn.

Ein ordentlicher, sprich asphaltierter und vom übrigen Verkehr getrennt geführter Radweg wäre die einzige Lösung. Ein solcher ist zwar schon längere Zeit geplant, aber auf der Klosterser Seite ist das Projekt ins Stocken geraten. «Unsere Problematik liegt schlicht darin, dass wir noch keine Routenführung haben, die technisch und rechtlich funktioniert», hatte der Klosterser Tiefbauamtsvorsteher Stefan Darnuzer gegenüber dieser Zeitung gesagt.

Das liegt auch im Konflikt mit einem Auerhuhnschutzgebiet auf Klosterser Gebiet begründet, das die Möglichkeiten einer bewilligungsfähigen Veloweg-Linienführung einschränkt. Diesen Sommer habe man das Radwegprojekt nun erneut an die Hand genommen, teilte die Gemeinde Klosters gestern mit.

Baustart frühestens 2021

Beschlossen worden sei die Ausarbeitung eines neuen Variantenstudiums inklusive Konkretisierung der Bestvariante, heisst es in der Mitteilung der Klosterser Behörde. Zudem werde der Region Prättigau/Davos beantragt, den regionalen Richtplan «Langsamverkehr» um die Velowegverbindung Klosters-Davos zu ergänzen. Damit werde dem Bündner Amt für Raumentwicklung die «Koordination zwischen den kantonalen Fachstellen übertragen und die Interessensabwägung sichergestellt». Mit diesem Schritt reagiert die Gemeinde auch auf die rechtliche Komplexität, welche dem Veloweg-Projekt bei der Umsetzung anhaftet.

Das neue Variantenstudium müsse 2020 vorliegen, sagte der Klosterser Tiefbauamtsvorsteher Darnuzer gestern auf Anfrage. Mit dem Bau der Radwegverbindung könne «frühestens» 2021 begonnen werden.

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