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Schweiz und Welt

Kein Steinbruch bei Grüsch

Südostschweiz
18.10.2020, 13:16 Uhr
gestern um 16:30 Uhr

Um die Ressourcenquelle von Gestein für die Herstellung für Beton und Zement zu sichern, wollte die Steinbruch Valzeina AG, die zu Zindel United (Maienfeld) gehört, einen unterirdischen Steinbruch in Betrieb nehmen. Das sollte an der Prättigauerstrasse in Grüsch passieren. Die Verantwortlichen erhofften sich, dass sowohl die Nutzungsplanung als auch der Konzessionsvertrag von der Grüscher Bevölkerung angenommen wird.

 

Unterirdischer Steinbruch ist jetzt abstimmungsreif

Dieses Projekt wurde von der Bevölkerung nun begraben. Die Grüscher Stimmbevölkerung sagt mit 533 Stimmen Nein zu dem Steinbruch. 472 waren dafür. «Ich persönlich finde es schade. Ich sehe nach wie vor die Vorzüge von diesem Projekt. Aber die Bevölkerung hat entschieden und das ist zu akzeptieren», sagt Gemeindepräsident Marcel Conzett gegenüber Radio Südostschweiz. Besonders als Vorzug sah er es, dass die Anlage unterirdisch gewesen wäre und somit keinen Platz weggenommen und kein Bild zerstört hätte. «Das Prättigau wird eine Deponie brauchen und es wird eine geben. Nun wird diese oberflächlich umgesetzt werden und Kulturland brauchen», führt Conzett weiter aus.

In dem geplanten unterirdischen Steinbruch hätten jährlich bis zu 100'000 Kubikmeter Gestein zur Kies- und Betonproduktion abgebaut werden sollen. Zudem wäre eine Deponiebetrieb vorgesehen gewesen. Pro Tonne abgebautem Gestein hätte die Gemeinde 30 Rappen verdient. Die jährlichen Einnahmen wären bei etwa 375 000 Franken gewesen.

Zu den Gegnern gehörten vor allem die Bewohnerinnen und Bewohnern der Fraktion Valzeina. Sie kritisierten mitunter, dass wegen des unterirdischen Steinbruchs das Quellwasser versiegen und die Luft aus dem Steinbruch unfiltriert hinausgelangen könnte. Zudem kritisierte die Gegenerschaft das drohende Verkehrsaufkommen. Der Gegner René Stierli freut sich über das Nein der Bevölkerung. «In erster Linie fühle ich mich sehr erleichtert. Ich empfinde das nicht als persönlichen Sieg. Ich denke das ist ein Sieg für die Zukunft, für die Generationen, die nach uns kommen. Dieses Projekt war nicht bereit um darüber abgestimmt zu werden», sagt Stierli gegenüber Radio Südostschweiz. (hin)

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