Die KVA Linth startet ihr 200-Millionen-Projekt
von Andreas Knobel
Es ist ein Phänomen: Eigentlich kauft man lediglich Güselsäcke im Dorfladen, stellt ein- oder zweimal wöchentlich einen Abfallsack an die Strasse und bezahlt dafür Gebühren, die auch nicht wirklich wehtun. Dahinter steckt jedoch ein Business in einer Grösse, von denen es in der Region nur wenige gibt: der Zweckverband für die Kehrichtbeseitigung im Linthgebiet mit der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Linth in Niederurnen.
Ausdruck der Dimension ist die umfassende Erneuerung, die am Dienstag per Spatenstich lanciert wurde – 198 Millionen Franken kostet die Renovation nämlich. Und ebenso erstaunlich: Sämtliche 28 Verbandsgemeinden von Einsiedeln über Höfe, March, Linthgebiet und Glarus haben das Projekt an der Urne oder an der Gemeindeversammlung diskussionslos und deutlich abgesegnet. Selbst wenn man weiss, dass der grösste Teil der Bevölkerung die Abfallentsorgung einfach als selbstverständlich betrachtet, darf man feststellen: Die Verantwortlichen machen offensichtlich ganz viel richtig.
Und diese Verantwortlichen versammelten sich am Dienstag in Niederurnen zu einer kleinen Feier zum Spatenstich fürs Projekt «KVA Linth 2025». Armando Zweifel aus Lachen, Präsident des Zweckverbands, erinnerte daran, dass die Vorarbeiten im Stillen schon fast ein Jahrzehnt andauern.
Umfangreiche Erneuerungen
Walter Furgler, Geschäftsführer der KVA Linth, schilderte, wie sie Dienstleistungen für 170 000 Einwohnerinnen und Einwohner über drei Kantone erbringen, pro Jahr 116 000 Tonnen Abfall verwerten, 60 Mitarbeitende haben und einen Umsatz von 27 Millionen Franken generieren. Und genau dafür wurde die KVA Linth vor 50 Jahren gebaut und in der Zwischenzeit immer wieder stark umgebaut.