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Schweiz & Welt

Dieses Jahr fällt die Schafskälte mit grosser Wahrscheinlichkeit aus

Südostschweiz
08.06.2023, 04:30 Uhr
12.05.2026, 16:56 Uhr

Zwischen dem 4. und 20. Juni ist die Möglichkeit am grössten, dass die Schafskälte auch über den Alpenraum der Südostschweiz zieht. Damit gemeint ist ein Kälterückfall, der überdurchschnittlich viel Regen mit sich bringt. Gemäss Meteonews liegen bei einer ausgeprägten Schafskälte die Temperaturen im Vergleich zum langjährigen Mittel etwa vier Grad niedriger. 

Das Wetterphänomen tritt auf, wenn sich ein Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln und ein Tiefdruckgebiet über dem südlichen Skandinavien in einer Nord- bis Nordwestströmung nach Mitteleuropa bewegen. Weil sich im Frühling die Land- und Wassermassen unterschiedlich stark erwärmen, kommt es zum Wetterphänomen.

Warum genau Schafskälte?

Ihren Namen verdankt die Schafskälte tatsächlich den Schafen. Normalerweise erfolgt im Juni nämlich die Schur der Schafe. Ein Kälteeinbruch während dieser Zeit kann mit der gleichzeitigen Alpsömmerung durchaus bedrohlich werden für die Tiere. Während der Schafskälte kann es bis deutlich unter 2000 Meter über Meer schneien. Deshalb werden Muttertiere und ihre Lämmer meist erst nach Mitte Juni geschoren.

Schafskälte – was steckt hinter der alten Bauernregel?

Wo bleibt die Schafskälte dieses Jahr?

In Chur zeigt das Thermometer diese Woche immer über 25 Grad Höchsttemperatur an, in St. Moritz ist es zur wärmsten Tageszeit über 15 Grad. Eine Schafskälte ist in diesem Jahr laut Meteonews keine in Sicht.  

Zwar gibt es ein Hochdruckgebiet in der Nähe der Britischen Inseln, es fehlt jedoch ein Tief über Skandinavien. Es wird bis zum kommenden Wochenende auch so bleiben, weshalb keine Nordströmung über Mitteleuropa entstehen kann. Ein markanter Kälteeinbruch ist somit auch in der Region Südostschweiz nicht zu erwarten, und die Schafskälte dürfte dieses Jahr ganz ausfallen.

Rondo Wetter

Wie gross die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Schafskälte eintritt, ist laut Meteonews schwer zu berechnen. Je nach Definition und angewandten Kriterien tritt die Schafskälte in der Schweiz etwa zu 60 bis 90 Prozent ein. Was jedoch erkennbar ist: Der Klimawandel verändert auch Wetterphänomene wie die Schafskälte. In den letzten 30 Jahren nahm die Häufigkeit der Schafskälte aufgrund der Klimaerwärmung nachweisbar ab. Gestiegen ist aber die Wahrscheinlichkeit für erste Hitzewellen.

Spezielles Wetterphänomen

Bei der Schafskälte handelt es sich um eine sogenannte meteorologische Singularität. Das sind Wetterlagen, die nur zu einem bestimmten Zeitabschnitt im Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten. Andere meteorologische Singularitäten sind beispielsweise die Eisheiligen, die Hundstage oder der Altweibersommer. 

(nua)

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